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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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Als Schah Keyshosrew Heerschau über seine Truppen hielt und die einzelnen Abtheilungen an ihm vorüberzogen,hatten die Abtheilungsführer ihre Fahnen mit dem Wappenbilde darin entfaltet; Fcrbers hatte eine Sonne, Kuderseinen Löwen, Eschkcsch einen Leoparden u. s. \v. in seiner Fahne.')

Von den heidnischen haben die christlichen Völker den Leoparden entlehnt. Kopf und Füsse von ihnenfinden sich an den Sesseln mancher Könige und Bischöfe. In dem Reichssaale der Burg Kaiser Friedrich I. Barbarossazu Gelnhausen ist der Leopardenkopf als Verzierung der Säulenknäufe benutzt und auf jeder Wange des Altans inder Facade dieses Saales ruht ein vollständiger Leopard. 2 ) Ganze und halbe Leoparden, sowie Köpfe von ihnen, sindmannigfach in der romanischen Baukunst vertreten, namentlich findet man sie an den Portalen der Kirchen und Klösterdieser Kunstrichtung auf den Knäufen der Säulen und auch als Glieder der Gurten am Rundbogen angebracht. 3 )Auch in Medaillons und Fries-Verzierungen kommen sie vor, man findet sogar ganz fortlaufende Reihen von Leoparden-köpfen als Gesimsträger, z. B. in Belgien in der Kirche von Sluze und im Chor der Kirche Notre-Dame de laChapelle zu Brüssel, 4 ) und in Frankreich in der Kirche von Serrabone in den Pyrenäen aus dem 11. Jahrhundert,wo sich auch, ebenso wie in dem Portal der Kirche des h. Trophim zu Arles, ganze Leoparden und ihre Köpfe inden Säulenfüssen, Knäufen und Friesen verwebt finden.

In der Heraldik sind die Leoparden und deren Köpfe neben den Löwen und Adlern wohl die ältestenWappenbildcr christlicher Ritter. 5 ) Schon von König Heinrich I. von England (11001135) weiss man, dass er inseinem goldenen Wappenschilde einen blauen, leopardirten Löwen führte. Die Fürsten von Hohenlohe, welcheerweislich schon 1103 vorkommen, haben seitdem stets in Silber zwei schwarze Leoparden geführt. Auch Robert,Herzog der Normandie, und Richard Löwenherz (11891199), König von England, führten Leoparden in ihrenWappen, jener zwei, dieser drei. Die drei abgerissenen Leopardenköpfe der Könige von Dalmatien, der Gryn zuCöln, der Carnin u. s. w. sind gewiss nicht jünger. Ueberhaupt wenn man betrachtet, dass mit der aufkommendenGothik die Leoparden aus der Ornamentik verschwinden, und erwägt, dass eine Aenderung der Geschmacksrichtung ineinem so hervorragenden Theile der Kunst stets auch auf andere Seiten des Lebens eingewirkt hat, und dass sie fürdie äussere Form der Schilde und Siegel und deren Verzierung, wie im folgenden Kapitel gezeigt werden soll, vonentschiedenem Einflüsse gewesen ist, so dürfte man fast schon aus diesem Grunde die Behauptung wagen, dass mitdem Aufhören der romanischen Kunst die Aufnahme von Leoparden oder deren Köpfen in den Wappenschild, mitAusschluss späterer Verleihungen, aufgehört hat, dass also alle Wappen mit Leoparden oder deren Köpfen, mit jenerAusnahme, nicht nach dem Ende des zwölften, resp. Anfange des dreizehnten Jahrhunderts datiren können.

Wenn nun nach diesen Voraussetzungen der Schild der Bocholtz alt erscheint, so gibt es dafür nochandere Gründe.

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1.

2. Alter der äusseren Wappenformen.

jj, o wie jede Ornamentik, und selbst die Schriftzüge, ihre bestimmten Zeitabschnitte hat, so auch die äussere Form"^y der Wappen, welche deshalb ein wichtiges Criterium für die Bestimmung des Alters eines Siegels oder

Wappens liefert

Die älteste Form der Siegel sowohl als der Schilde ist rund (Fig. 1). So z. B. bei König Arnulf, 893,Kaiser Otto, 941, den beiden rheinischen Pfalzgrafen Henrich, 1098, und Sigfrid, 1115. Dieser runden Form folgte

') Heldenbuch von (Staat) Iran, herausgegeben von Görres. II. 65.

2 ) Bernh. Hundeshagen, Kaiser Friedrich I. Barbarossa Ballast in der Burg zu Heinhausen. Eine Urkunde vom Adel derHohenstaufen und der Kunstbildung ihrer Zeit. 1819. Tafel 8, 9

3 ) Man vergleiche auch das Portal des Absteigequartiers der Abtei Steinfeld in Cöln auf dem Titelblatte meiner Geschichteder oölnischen etc. Geschlechter Bd. I. Aehnliche Portale habe ich früher häufig in Cöln, Mainz, Strassburg und anderen Reichsstädtenangetroffen.

>) H. G. B. Schayes Histoirc de l'Architecture en Bdgique. Bruxelles 8vo ohne Jahr (1845?) 2 Bde. I. S. 243.

5 ) William Sloane Evans in seinem trefflichen Buche: A Grammar of British Heraldry consisting of Blazon an Marshalling,London 1847, 8", Seite 116, sagt: der Leopard bezeichnet tapfere, hochherzige Krieger, welche kühne Dinge zu übernehmen bereit sindund mit Kraft, Behendigkeit und Schnelle vollführen:The Leopard doth denote Yailant and Generous Wairrous, whieh enterprise hardythings by force and eourage, aetivity and promptimde.