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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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ie Familie von Bocholtz, von der hier die Rede sein -wird, führten ursprünglich in Grün drei (2 . 1) silberneabgerissene Leopardenköpfe mit ausgeschlagener rother Zunge. Zur näheren Beurtheilung dieses Wappensmuss ich etwas weiter ausholen. ,

1. Leopardenköpfe als Wappenfiguren und ihr Alter.

;Sffjrl er Leopard ist ein Bild der Behendigkeit und Stärke, sein wildes, grimmiges Auge schreckenerregend, dabeihaben sein Kopf und seine Glieder eine ästhetische Form; das alles gab den heidnischen Völkern eine ganznahe Veranlassung, ihn für Poesie und Kunst zu benutzen. Cybeles Wagen ist mit Leoparden (Panthern)bespannt, Leoparden sind Gespielen verschiedener Gottheiten und mythischer Personen, sie begleiten den Bacchus undsind in Ariadnes Geschichte verwebt. Auf den Thorpfcilern der alten Stadt Ninive stehen riesige Krieger abgebildet,welche Leoparden unter ihren Armen tragen und anstrengungslos mittelst eines Druckes gegen ihren Leib erwürgen.')Leopardenköpfe verzieren den Sessel des Jupiter Olympios, -wie ihn Phidias verfertigt hat, die Sessel von Priesternund Königen des alten Hellas und Roms und die Altäre mancher Tempel. Wir finden sie auch in der Baukunst anFries und Säule, z. B. beim Maison quarre'e zu Nismes.

Bei dem Waffenschmuck und den Schilden griechischer und römischer Krieger spielte der Leopard undsein Kopf eine besondere Rolle. Im Museum zu Portici endet die Crista eines römischen Helmes in einem Leoparden-kopf. Die Phaleren, Ehrenzeichen der Soldaten für Tapferkeit der Reuter, sind mit Leopardenköpfen geschmückt.Auf verschiedenen etrurischen und römischen Vasenbildern sieht man einen Panther- und Leopardenkopf in den Schildender Krieger. 2 ) Sitzende und stehende Leoparden dienen als Bilder römischer Legionen. 3 ) Das Vordertheil des Schiffesdes Dionysius stellte einen Panther dar. 4 ) Auch die Perser bedienten sich der Leoparden als kriegerischer Zeichen.

') Man findet ein solches Thor im Museum des Louvre zu Paris.

2) z. B. bei E. Durand description des Antiquites. Paris 1806. 8vo. 95, 126, 205, 269, 274, 291, 361, 815, 829, 851; heiJ. de Witte description de Yas. peints. Paris 1S39. 8vo.

3 ) Caylus Recueil d'Antiquites egyptiennes, etrusques et romaines. Paris 1756. 4to. III. Band Tafel 64, 65.

4 ) tiji' äi 7iQt6(>ctp ts -/nvniji/ nÜQÜakiv eüxaarui ie xcu iÜxxai, 'I>i).iu öt äiovugo) 71QU1; Ctooi' sagt Philostratus derältere S. 32 Ausgabe von Jacobs.

Fahne, Bocholtz I. - 21