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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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41.43. Bocholtz in der Stadt Cöln.

nter dem Namen Bocholtz , Bucholtz, haben sich in der Stadt Cöln drei verschiedene Familien bemerklichgemacht. Die Eine davon, mit dem Beinamen Franken, kommt im Anfange des fünfzehnten Jahrhunderts vor.Diese führte ein Seeweibchen im Wappen, welches in seiner Rechten einen runden Spiegel hält, worin sicheine Eule abspiegelt und in der Linken ein offenes Buch: auf dem Helme ist die Wappenfigur wiederholt. Ein Siegel,von ihm habe ich in dem Urkundenbuche zu diesem Werke S. 50 abgebildet. Von diesen kommt 1416, 4. Novbr.,Hermann von Boichoultz (oder wie das Siegel sagt: Bochholtz) genannt Franken vor. Er hatte sich Vergehen gegendie Stadt Cöln zu Schulden kommen lassen und war deshalb von dieser aufgegriffen und ins Gefängniss geworfenworden. Unter obigem Datum, bei seiner Entlassung aus der Haft, schwört er Urpfehde, d. h. das erduldete Gefängnisszu vergessen und sich deswegen, weder an der Stadt noch ihren Bürgern zu rächen, und gelobt dabei, künftig ihrloslediger') Mann zu sein, das heisst das Interesse der Stadt zu vertreten und zu vertheidigen und ausserdem, im Falleer mit der Stadt oder deren Bürgern Streit bekommen sollte, in der Stadt Cöln und nach deren städtischen Rechtenden Streit schlichten zu lassen, wie die Urkunde im zweiten Bande S. 49 näher nachweist. Hermann war also keinursprünglicher stadteölnischer Bürger, er wurde es aber in Folge dieses Vorganges.

Die zweite stadteölnische Familie Bocholtz führte drei (2. 1.) Leopardenköpfe, von einem Sparren ein-geschlossen , im Wappen. Auf dem Helme ist ein Leopardenkopf wiederholt. Ein Siegel findet sich davon imzweiten Bande dieses Werks S. 63 und 67. Von dieser kommt namentlich Johann Boicholtz, ein andermal Boicholt,1449 bis 1454 als cölnischer Schöffen und zugleich als Amtmann 2 ) von Columba vor. In seiner letzteren Eigenschaft

') Homo ligius hiess ein Vasall, der los und ledig war jeder anderen Lehnspflicht, als derjenigen gegen seinen Lehnsherrn;der also letzterem gegen jeden und alle dienen und helfen musste. Da wo der Vasall sich ausbedungen hatte, gegen ein oder anderePerson seinem Lehnsherrn nicht beizustehen, hiess er ein homo non ligius.

2 ) Amtleute, in den stadteölnischen Urkunden auch:officiati",magistri",meistere",Vordere" genannt, waren die Vor-steher einiger Untergemeinden (Geburschaften oder Burschaften) der Stadt Cöln. Letztere hatte solcher zwölf, nämlich: 1. St. Alban, 2. St.Columba, 3. St. Laurenz, 4. St. Peter, 5. St. Aposteln, 6. St. Brigida, 7. St. Martin, 8. St. Christopher, 9. St. Gereon, 10. St. Severin,11. Airsbach oder Overburg und 12. Niederich oder Niederburg. Von diesen lagen die vier ersten ganz in dem Beringe der erstenRömerstadt und entsprachen genau den gleichnamigen Pfarrsprengeln; die nächsten vier, ebenfalls Pfarrgemeinden, wurden mit den beidenVorstädten, ,,Ober- und Niederburg", bei der zweiten Umwallung in die gemeinsame Reichsbürgerschaft aufgenommen, zu denen sich zuletztbei der dritten Umwallung unter Erzbischof Philipp die drei übrigen, welche, wie Overburg und Niederich mehrere Pfarrsprengelumfassten, oder doch nicht genau einem einzelnen Pfarrsprengel entsprachen, gesellten. Die ersten sieben Gemeinden, so wie diebeiden Vorstädte hatten ihre Amtleute, die später auch bei Christopher und St. Gereon gefunden werden, und diese Amtleute hatten Ver-waltung und Gerichtsbarkeit, wie aus vielen Urkunden erwiesen werden kann. In dem berühmten Schiedsspruch zwischen Erzbischof undStadt Cöln vom 28. Juni 1259 (Lacomblet Urkb. II. S. 245) wird auf die Beschwerde des Erzbischofs: (18) quod diuersl cives questiones,quaruni decisio spectat ad ipsum archiepiscopum vel suos judices, trahunt deeidendas in domum parochialium, entschieden; similiterdeeidimus de aliis officiatis, quod ab antiqua consuetudine in parochiis eliguntur, qui quedam ibi indicauerunt et iudicant seeundum formam,quod burgericht vulgariter appellatur u. s. w. Diese Amtleute investirten die neuen Bürger mit den an sie gekommenen Grundgütern inder Gemeinde und ertheilten ihnen das (kleine) Bürgerrecht, d. h. die Genossenschaft in der Untergemeinde. Notum sit quod Symoni,dicto Pistori et Ludolfo, dicto Rufo, socio suo, qui quondam manserunt in Dusburg, concessa est urbanitas, que dicitur gebuirschaft abofficiatis S. Martini minoris. Datum anno Domini 1302 in vigilia apostolorum Symonis et Jude. (Schrein clericorum Martini). Notum quodconstituta coram officialibus parochie S. christophori Bela filia qnondam Johannis Burriani petiit et desideravit quod ipsa inscriberetur adhereditatem u. s. w. 1289, Carte des Schreins Christophori. Sie verwalteten das Gemeindevermögen Domini officiales st. christophoriremittunt Henrico portam leonis (eine Stadtpforte) sicut Godefridus Faber possideb-at, d. h. für 2 solidi Pacht, wie die Urkunde des Fabersagt. (Carta st. Christ.) Notum sit quod officiati domus parochialis St. Brigide coloniensis locaverunt et concesserunt Domno Henrico deKusino et Benigne sue uxori legitime coniugibus reoipientibus hereditatem pro se et sius heredibus ad ipsis officiatis aream sitam ex oppositodomus dicte stockhus ante portam Martis, in qua quidem area calceatores seu factores calceorum ad vendendum ipsos calceos stare consue-verunt, ac ibidem in ipsa area iidem calceatores XXXI. loca habuerunt. Item et loca in quibus calcei puerorum vendebantur que area seextendit a scampno in quo carnes silvestres, qui Wilbret appellatur, eommuniter venduntur, seu a sulco, qui soe communiter appellaturusque ad communem viam, que Meynwegh vulgariter appeliaiur et ita recte pertranseundo versus cubicula pannieidarum ac ita tarn in foropullorum, videlicet in quo pulli et alia volatilia venduntur et sicut ipsi haue aream et loca huiusmodi habuerunt. (Schrein Brigidae Insulae.)Die Amtleute werden diese Bank wohl wie die Amtleute von Klein Martin die Bänke für den Verkauf der Käse, Erbsen, wollenen Tücher undder Rindshäute auf dem Heumarkt, in Folge der Zuschüttung des Rheinarms daselbst erworben haben, ad opus officii sui, wie es clericorumMartini heisst. Sie verwalteten insbesondere das Armenvermügen der Gemeinde. (Notum sit quod officiales parochie S. Brigide nomine)hospitalis eiusdem donaverunt u. s. w. 1255 (Schrein Brig.) Udelindis de erea porta dat censum et domum braxatoriam et domum contiguam

Fahne, Bocholtz I. 11