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2 (1873)
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über die anerkennenswerthen Eigenschaften der Meister-singer; auch nahmen wir die gedruckte Partitur zur Handund bewunderten die wohlberechneten Instrumental-Effecte.Die alterthümliche Laute, deren sich Beckmesser beimStändchen bedient, wird in der Vorstellung durch einekleine Harfe mit Metall- und nicht mit Darm-Saiten be-zogen, auf drastische Weise hergestellt."

Von Dresden geht es über Wien nach Belgrad, wofünf Wochen der Ruhe und Erquickung mit den dortigenKindern und Enkeln verlebt werden.Wir bewegen unsfreilich in europäischer Gesellschaft", schreibt Moscheies,machen auch europäische Musik; doch giebt es auch vieldes Neuen und Fremdartigen zu sehen. Den Park vonTopschidere, wo der Fürst Michael meuchlings erschossenward; den jungen Fürsten in seinem Schloss; denMarkt mit seinen Nationalitäten und ihren Costümen,das türkische Stadtviertel mit dem halbzerfallenen PalastPrinz Eugen's und die Zigeunerstrasse mit ihren struppi-gen, wenig bekleideten bettelnden Bewohnern. SerbischeSchneider, Weber und Schuhmacher treiben ihr Handwerkin offenen Buden, der Trödel florirt, an grünen Tischenhinter verkümmerten Oleandern wird Slibowitz getrunken,Früchte und Gemüse und heisse Thierhautstückchen wer-den verkauft und gegessen; wie fremdartig, originell!"...

. . .Nun haben wir auch einen serbischen Hochzeits-zng gesehen", schreibt Moscheies.Ich zählte 20 offeneCaleschen, alle Betheiligten im buntesten Costüm, sogardie Pferde hatte man mit geblümten Tüchern geschmückt,die zu den Hochzeitsgeschenken, der Neuvermählten ge-hören." Die Familie macht die sechsstündige Fahrtnach Neusatz im Dampfer und besucht Peterwardein,dieuneinnehmbare Festung". Sie liegt auf hohem Felsen, zuihren Füssen die Donau mit ihren grünen Ufern, Städtenund Dörfern.

Gegen Ende Juli wird die Rückreise über Ungarnangetreten, liebe alte Freunde besucht und eine ganz ori-ginelle Zigeunerbande gehört.Die Augen funkeln, daslange Haar weht im Tact und die Bögen streichen mit