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2 (1873)
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in seinen sonst trefflichen Briefen über die musikalischeErziehung- des Volkes nicht darin mit ihm einverstanden,dass er die Geige vor dem Ciavier gelehrt haben will.Orgel und Ciavier bieten die beste Gelegenheit» die Ton-Verhältnisse und den harmonischen Zusammenklang zufassen; die muss man erst studiren."

Ein andermal schreibt er:Wie ich es auch versuche,die Schüler für ein Stück etwa Beethoven's Sonatepathetique zu begeistern, doch giebt es Fälle, wo mir diesnicht gelingen will. Sie bemeistern die Technik, aber esfällt kein zündender Funke vom Himmel auf sie herab.Dann wende ich noch mein letztes Mittel an. Ich sucheirgend einen, der Musik sich anpassenden Satz zu finden, denich mit greller Betonung herausstosse; als z. B.KennstDu die Götter in ihrem Zorne? Flehe zu ihnen.""Könnt Ihr mir das nachsprechen, sage ich, so drücktauch das Gefühl im Anschlag aus! Ich selbst habe immeram liebsten meine Gefühle in Tönen wiedergegeben.Uebrigens arbeitet meine Frau unermüdlich daran, allemeine im Tagebuche ausgesprochenen Ideen über Musikund allen Rath für junge Künstler zusammenzustellen,und wie würde es mich erfreuen, wenn sie der Jugendvon einigem Nutzen sein könnten! Heute half ich ihr dieMemoranda über das grosse Musikfest in der Westminster-Abtei aus den von mir damals so sorgfältig gesammeltenBerichten zusammenzustellen," . . .

In diesem Jahre werden zwei siebenzigste Geburtstagein Leipzig gefeiert. Der des geschätzten Klengel, seit 50Jahren einer der Pfeiler des Gewandhaus-Orchesters, undder von Moscheies.Reinecke und sein Chor läutetenihn schon am Vorabend durch vierstimmigen Gesang imGarten ein, wozu er Moscheies' Lied für eine StimmeDas istder Tag des Herrn" vierstimmig arrangirt hatte." DasLiebhabertheater producirt Abends das auf Moscheies an-zuwendende Stück:Weisse Haare, junges Herz" und denHäuslichen Zwist" von Kotzebue als Jugend-Erinnerungfür den Gefeierten, der 50 Jahre zuvor selbst darin auf-getreten ^war. Die sonstigen Beweise von Liebe und