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Priester war ausgezeichnet und das Publikum dankbar en-thusiastisch. — Ich habe kürzlich Nahrung für meine Lieb-haberei gefunden, interessante Autographen zu sehen. Inder Sammlung des Freundes Gen.-Consul Clauss einen Briefvon Beethoven an einen Herrn von Warena in Gratz, derwieder seinen Seelenadel bezeugt; ausserdem nichts Ge-ringeres als die eigenhändige Partitur der Singstimmenzur Pianoforte - Phantasie mit der eigenen Abtheilungs-weise Gö-tter, Gu-nst, und interessante Bach-Autographen.Dann wieder bei Breitkopf & Härtel 2 posthume Streich-Quartette von Cherubini, welche die Wittwe ihnen zurHerausgabe schickte und bei Peters eine Manuscript-Orgelfuge und die Ciavierstimme des B - dur - Concerts,beides von Bach. Wie gern halte ich solche Verkörpe-rungen der edelsten Gedanken in den Händen!" . . .
Nach seinem Geburtstage schreibt er: „Das war einglorreicher reizender 68. Geburtstag! Vor Allem dankeich Gott für meinen vortrefflichen Gesundheitszustand.Die liebenswürdigen Gratulantinnen bekomplimentirtenmich so einstimmig über mein gutes Aussehen, dass siemich zum Gecken machen könnten, wenn ich nicht wünschte,ausschliesslich meiner Frau zu g'efallen, und mich in irgendeiner Weltausstellung als Model-husband (Muster-Ehemann)sehen zu lassen. Spät, als ich die Feier schon beendetglaubte, erscholl vierstimmiger Gesang aus nicht wenigerals 60 Schülerkehlen unter der Leitung des jungen Boas.Eine wohlgelungene Ueberraschung, die in einer BowleMaitrank ihren Untergang fand." . . .
Wenige Tage später reist Moscheies zum Musikfestnach Cöln und schreibt: „Die Aufführungen unter Hillerin dem imposanten Gürzenich waren glänzend; seine neueCantate „Die Nacht" erwarb ihm mit Recht Tusch undLorberkranz und Mozart's D-dur-Concert spielte er echtund gediegen. . . .
Im Juli berichtet er: „Vor einigen Tagen beehrtendie sächsischen Majestäten unser Conservatorium, wirführten ihnen unsere besten Schüler vor und sie bezeigtenihnen ihre Zufriedenheit; das wird ein neuer Sporn für