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2 (1873)
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einer Zeitbewegung entgegenzustemmen, sonährte ersich" an solcher Musik, die er hebte, und in der Weise,wie er sie liebte und schwieg.

Er selbst hatte gleichmässig ruhig gelebt und ge-schrieben; ein sanft dahingleitender Bach, in dessen er-frischender Kühle Vieles gedieh, an dessen Ufern lieb-liche Blumen entsprossen waren. Auch bewahrten ihmalte Freunde in dankbarer Erinnerung manches dort ge-pflückte Vergissmeinnicht. Dann aber breitete sich eineRiesenpflanze über das ganze Gewässer und umspann eswie mit einem Zaubernetz. Schon jedes einzelne fremd-artige Blatt ward angestaunt, und als die Pflanze vollendserblühte, eilte Alles herzu, um sie zu bewundern. Da wardim Gedränge jedes Blümchen am Ufer des Baches zer-treten. Ob auch in der Wurzel zerstört? das muss einneuer Frühling lehren.

Einstweilen schien die Wintersonne des Jahres 1862erwärmend auf das jugendliche Greisenhaupt des Meisters,denn es war ein der Familie theures Haupt.

Die Liebe zu ihm, die in den älteren Mitgliedern un-geschwächt fortlebte, war von den Kindern auf die Enkel,von den Neffen und Nichten auf ihre Kinder übergegan-gen und wurde herzlich erwidert. Für diesen Kreishatte er stetseine hülfreiche Ciavierstunde"ein er-leichterndes Arrangement" einbischen Anweisung inguter Notenschrift." Für diesebraven Dilettanten" wurdebald eine Cello-Partie, bald ein Lied, ein Albumblatt, einTonleiterstück geschrieben, bei den sich oft wieder-holenden Familienbesuchendies und das einstudirt,aber mit dem richtigen Fingersatz, wie er eben für dieHand passt."

War man durch die unerbittliche Ferne getrennt, sohatte erals guter Familien-Correspondent" Zeit zu brief-licher Erzählung oder musikalischer Aufklärung. Soschreibt er dem Sohn als Erwiderung auf einige An-fragen:Beethoven hat nicht weniger als drei Ouver-türen in C-dur zu seiner Oper Leonore geschrieben, derenerste 1805 zur Aufführung kam; als aber das Werk im