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hörte man mit beiden Ohren zu, wenn er es spielt; seinConcert ist eine an Passagen überladene mechanischeArbeit. Er nennt sie zu gelehrt für Paris, ich unpassendfür Deutschland. Ich gestand ihm und vielen seinerCollegen die Eigenschaft zu, das italienisch melodischeElement geschickt auf's Ciavier übertragen zu haben,doch sei man davon übersättigt, und nur Liebhaber, dieOhr und Gefühl am dolce far niente verwöhnt, könntendas noch ertragen. Er meinte, die deutsche Musik seitrocken und gelehrt; ich spielte ihm Motive aus Mozart,Beethoven und Mendelssohn, das musste ihn schlagen."„Aber die waren Genie's", sagte er endlich. Und ich:„Ja, und nur Genie's sollten componiren, die Andern aberdie Meister studiren, bis ihnen die richtige Erkenntnisskommt."
Bei der Rückkehr in Leipzig findet der gute Gross-vater Zeit, einem Enkel zu schreiben: „Weisst Du, lieberFritz, dass seit Sonntag die Messe bei uns vorüber ist?Diesmal war Renz nicht da, nur die Affen spielten Ko-mödie ; aber ich ging nicht hin, um sie zu sehen, weilmich kein kleiner Junge mitnahm, sondern blieb zu Hauseund lernte meine Lection am Ciavier". Später schreibter: „Viele verlangen Auskunft von mir, wie man wohl-feil zur Unsterblichkeit befördert, wie man, trotz leichtenCalibers zur Kunstgrösse wird, und da ich ihnen nichthelfen kann, so halte ich mich lieber an die Bitte desFinanzraths M. M. von Weber, der seines Vaters Biographieschreibt und Notizen über seine letzten Tage von mirverlangt, die mein Tagebuch ihm liefern wird."
„Rubinstein hat uns wieder mit seiner gigantischenKraft vorgespielt; einige seiner Stücke barock, anderegenialisch, oft beides in Einem. Jean Becker liess sich inRubinstein's Violin-Concert im Gewandhaus hören; dasSpiel meisterlich, die Orchester-Effecte pikant, besondersim Adagio. Meine Bachpräludien gefielen Rubinsteinsehr, als er sie mit mir probirte, und er wünschte sieauch für Cello zu hören. Davidoff spielte sie undüberraschte uns durch seinen seelenvollen Ton und Vor-