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trag. Gut, dass die Kunst erwärmt; draussen ist esschon herbstlich, wir haben unsere Frühpromenaden ein-gestellt und die Leute drängen sich, um ihre Billette zuden Concerten einzulösen. Gounod's Faust wird hier undin Dresden gegeben und ich hörte die feine, pikanteMusik in beiden Städten mit grossem Genuss. Sie wirdeine Zugoper, wie auch die Kritik gegen die Verstümme-lung des Goetheschen Meisterwerks eifert; denn es ist einfrisches interessantes Werk, das melodischen Fluss undschöne Instrumentation hat."
Ein späterer Brief erzählt:.....Die Trebelli ist
wieder da, und machte schon in der GewandhausprobeAufsehen, indem sie eine volle halbe Stunde auf sichwarten Hess, während welcher das ungeduldige Orchesterdrei Fässer Bier schlürfte und 500 Cigarren rauchte. Aberauch ihre klangreiche Stimme, ihre Coloratur und ihrVortrag machten Aufsehen, obwohl sie drei banale Stückesang und einen kuriosen Triller auf e machte, der soklang, als würde eine Saite gestimmt, wo man Schwe-bungen von einviertel und eindrittel Tönen hört, undendlich etwas wie eine kleine Secunde. Ihre Triller aufanderen Noten waren correct und schön." Von einerandern Sängerin heisst es: „Sie articulirte den Text soschiecht, sie hätte eben so gut können tsing tsang tsusingen. Schöner Ansatz und reine Intonation konntenmir nicht den Mangel an declamatorischem Vortragersetzen. Die Singstimme soll nicht blos ein Instrument,sie soll ein sprechendes Organ sein." — „Ferdinand Hillerhat mir sein neues Concert in Fis-moll geschickt, das ichfür eine der besten Compositionen unserer Zeit halte." —„Taubert's neue Sonate gefällt mir gut." . . . „Als Ant-wort auf Deine Frage sage ich: ja, ich glaube, dassBeethoven Katholik war, aber Freigeist zugleich. Frommmuss er aber auch gewesen sein, denn seine Musik sprichtzu den Herzen aller Nationen, sowie Bach und die Alten,Mozart und Mendelssohn es in ihrer geistlichen Musikthaten. Ich hatte schon die Feder eingetaucht, um nochein wenig zu plaudern, da kommen mir aufzunehmende