Druckschrift 
2 (1873)
Seite
298
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Ein Brief vom 14. October sagt:Ich war im Theater,um eine Oper zu hören xlie des perrückenhaften Rous-seau, des Salzburger Wundermannes, des Bonner Himmels-stürmers, des Freischützen-Generals, des General Meyer-hof-Intendanten bis herunter auf Marthe mit dem Milch-topf (aus dem viel Wasser füesst), kannte ich, aber eineherzogliche Oper hatte ich noch nicht gehört; also gingich inSt. Chiara". Und wirklich vereinigt, diese Operalle Eigentümlichkeiten der soeben genannten verschie-denen Epochen in sich; man begegnet darin aber auchder Zukunft. Ein Zopf, der das unter die musikalischenSünden rechnet! Ein Regent muss alle Stände unter demGesammtnamen Volk berücksichtigen; den dritten,welcher die Galerie füllt, so gut wie den ersten, der di-plomatische Noten schreibt und die parfümirten Schönen,welche Italiens Süssigkeiten lieben, Allen muss er gerechtwerden. Die Sänger wurden es seiner Musik nicht, aberdie äussere Ausstattung war so glänzend, dass das Bandim Knopfloch des Directors nicht ausbleiben wird. Einweniger hoher Dilettant, wenn auch ein hochgestellterMann, der Präsident Veit aus Eger hat seiner SymphonieEingang und Beifall im Gewandhaus verschafft; eine klarmelodische Arbeit. Das Orchester und seine Führer ehr-ten ihn durch die. Privat - Aufführung einiger grossenWerke im Gewandhause."

Als endlich Italiens Kampf beendet ist, heisst es:Der Kladderadatsch bringt folgenden guten Witz überden bevorstehenden Friedenscongress: England ist fürHochkirch und Essen. Russland stimmt für Wart-burg, hat aber auch nichts gegen Erlangen; Oester-reich würde sich zu Schonen verstehen, falls es ihmnicht gelänge, sich mit Geldern zu arrangiren; Preussenist für Friedberg oder einen anderen sicheren Ort, fürden sich auch Anhalt gewinnen liesse."

Im November ist Leipzig ganz Schillerfeier; der100jährige Geburtstag des grossen Dichters wird mitäusserster Pracht begangen und Moscheies als Mitglieddes von Carl Werner gestifteten Künstlervereins, fünf