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2 (1873)
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man eine komische Episode. Man hört plötzlich im Neben-zimmer Moscheies' G-dur-Etüde in David's Uebertragungmeisterlich auf der Geige spielen. Grosses Wunder! Mo-scheies springt auf undklingelt.Wer wohnt daneben ?'' rufter dem Kellner entgegen.Herr Concertmeister Singer""ist die Antwort. Nun war das Wunder erklärt, die Ver-bindungsthür blieb nicht lange geschlossen, und Allefreuten sich über das hübsche Zusammentreffen.AmGeburtstag der heiligen Elisabeth war es auf der Wart-burg poetischer wie gewöhnlich", schreibt die Frau. Ichdurfte Frau Arnemann und einigen anderen Damen helfen,riesige Laub-Gewinde für die Eingänge zu binden, um siedamit zu bekränzen. Die hier tagende Synode von Prä-laten aus allen vier Himmelsgegenden hatte sich inder dämmerigen Kapelle versammelt. Ort, Zeit und Stim-mung waren Andacht erweckend, und Moscheies' Orgelspielwar es auch. Eine weihevolle Stunde!" Moscheies com-ponirtauch ein vierstimmiges Wartburglied, das im grossenSängersaal probirt wird und schreibt:Den Spruch, denich dort fand, muss ich mir als wahr hier verzeichnen.Er lautet:

Das mag die rechte Musik sein,

Wenn Mund und Herz stimmt überein."

Ich muss mein altes Sextett neu für Hofmeister ar-rangiren, und, o saure Arbeit! vierzehn Nonette für Blas-instrumente durchlesen und beurtheilen, die mir als Preis-richter die deutsche Tonhalle eingeschickt hat."

Nach Verlauf eines Monats wird das schöne Thürin-gen heiter und in kleinen Absätzen durchkreuzt, bis manFriedrichsroda und den lieben Freundeskreis, David ander Spitze, erreicht, der sich dort häuslich niedergelassenhat. Nun ist des Musicirens kein Ende, aber auch derVaterfreuden nicht, denn Sohn »und Tochter aus Londonbesuchen die Eltern und Moscheies hatte nicht umsonstschon beim Entstehen dieses Reiseplans geschrieben:Erist schon als Luftschloss so schön, dass ich ihm nur einmarmornes Piedestal wünschen kann."