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2 (1873)
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timität fällt. Bei David hatten wir auch eine musika-lische Zusammenkunft, das Müller-Quartett, meineCon-trastes" mit Liszt, Jaell und Bronsart, ausserdem Tausig,Frau von Milde u. A. Liszt spielte seine colossale Bach-phantasie, und mit Bronsart seinen Orpheus auf zwei Cia-vieren. Eine Anzahl der fremden Musiker, Liszt an derSpitze, kam auch zu mir, um mich spielen zu hören, siewollten wissen, wo mir der Zopf hängt. Aber Zopf odernicht, mein Verhältniss zu Liszt ist ein cordiales, wirwissen genau, was wir von einander zu halten haben, undwenn wir vierhändig spielen, so geben wir. trotz unsererverschiedenen Racen ein gutes Gespann, von Gott Apolloohne Peitsche kutschirt. Liszt spielt noch immer gigan-tisch ergreifend oder idyllisch kosend. Mein Hommageä Händel mit Jaell in einer der Festmatineen ging auchgut und Frau Reclam sang vortrefflich."Das Concert ~]im Theater mit Compositionen von Mendelssohn, Schubert,Berlioz, Schumann, Wagner, Franz, Liszt war höchst in-teressant und vortrefflich ausgeführt, der Applaus en-thusiastisch."In der Graner Messe ist ein achtbares JStreben unverkennbar, und sie ist theilweise erhaben'theilweise aber gesucht und erinnert mitunter an denVenusberg. Die Soli wurden von Herrn und Frau vonMilde, Weixelstorfer und Fräulein Hinckel sehr gut aus-geführt."Bach's H-moll-Messe in der Thomaskirchewar grossartig wie immer, aber all' unsere Genüsse imSchweisse unseres Angesichts erkauft."Der Genuss,"""Schumann'sGenovefa" im Theater zu hören, auch durchdie Hitze verleidet."Bei dem grossen Souper, wo vonFremden und Einheimischen viel getoastet wurde, stiessenManche in grosser Herzlichkeit ihr Glas an das meinige;doch sah ich auch Andere, deren Gesichter so lang waren,wie ihr Haupt- oder .Barthaar, und die sich fern vonmir hielten. Einerlei; das Fest, durch viele Redenüber Kunst-Förderung und künftige Künstler-Versamm-lungen beschlossen, hat ein glückliches Ende genommen;die Fremden haben allen Grund zur Befriedigung, wirLeipziger aber auch, indem wir ihnen diese bereiteten.