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1859.
Es giebt nichts Neues unter der Sonne, sagt das alteSprichwort, und dies schien sich in den ersten drei Mo-naten dieses Jahres an den Musikzuständen zu bewähren,denn die Gewandhausconcerte, die Schülerprüfungen,mit Sorgfalt vorbereitet, gehen in gewohnter Weise, auchmit dem besten Erfolg vorüber. Da Moscheies eben indiesem Winter findet, dass seine Mühewaltungen für An-dere sich sehr gesteigert haben, so liest er mit besonde-rem Interesse einen Brief des greisen Alexander von Hum-boldt, der eben durch die Zeitungen geht. Der grosseMann verbittet sich von nun an alle wissenschaftlichenNachfragen u. a. derartige Zuschriften, „da ihre Zahl sichauf jährlich 2000 beläuft, er sich wie ein Adress-Comptoirgebraucht sieht, und seine abnehmenden Kräfte ihmsolche Anstrengung nicht mehr erlauben." . . . „Es giebtmir zudenken", sagt das Tagebuch; „auch kleinere Lichtersollten sich nicht missbrauchen lassen; man muss eineAuswahl treffen." Nicht lange, so verkünden die Zeitun-gen den Tod des grossen Forschers im Gebiete derWissenschaft.
„Für's Erste aber", schreibt Moscheies, „läuft die mu-sikalische Welt einen kühnen Wettlauf. Die „Neue Zeit-schrift für Musik" feiert im Juni ihr 25Jähriges Jubiläumund die Partei, deren Interessen sie hauptsächlich vertritt,will hier um diese Zeit ein grosses Künstlerfest veran-stalten; dies die Novität des Jahres. Der Riedel'scheVerein studirt mit grossem Eifer die Graner Messe dazuein." Es bildet sich ein Comite, um den im Juni erwar-teten fremden Musikern einen ehrenvollen Empfang zubereiten, und Moscheies wird eingeladen, sich diesem bei-zugesellen. Festprogramme werden vertheilt und die Auf-führungen vielfach angekündigt. Als Liszt im Mai zukurzem Besuch in Leipzig erscheint, weiss er Moscheieszu bereden, sich mit dem Vortrag seines Hommage ä Hän-del bei dem Feste zu betheiligen. „Er nennt mich einen
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