Druckschrift 
2 (1873)
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

die öffentlichen Kunstschätze besucht, und da wo Mo-scheies geniesst, verbreitet er auch wieder Freude durchseine Kunst. Dem soeben beendeten Bilde de Keysersgegenüber, das Weber's letzte Stunden darstellt, kann ernur über Motive des Meisters phantasiren, in der eigenenWohnung werden die Künstler Leys, de Keyser, v. Lerius,Jacob Jacobs, Alma Tadema, Lies, Bource, Schaffels,Heyermanns stets gern empfangen. Ein kurzer Aufent-halt in Brüssel bringt musikalische AVechselwirkungenmit Fetis, Kufferath, Leonard u. A.

Ich hörte", sagt Moscheies,einen Concours du Con-servatoire mit an und hatte den Muth, die Schülerinnender Madame Pleyel sämmtlich den ersten Satz des Hum-mel'schen A-moll Concerts und Mendelssohns Andanteund Scherzo in E-dur und -moll spielen zu hören. Einjunges Mädchen nach dem andern trat mit einstudirterTechnik, aber mit Armuth an Auffassung und Vortragauf; männliche Classen Hessen Charles Mayer und Weberhören und da sie noch mehr dreinschlugen als dieMädchen, so erschienen mir die Letzteren als die Marke-tenderinnen des Regiments, das die Ersteren bildeten."

Man macht Ausflüge von Brüssel aus und setzt danndie Reise fort. Eine Fahrt von Namur nach Dinantbringt viele Naturgenüsse. In dem Städtchen Huy ange-kommen ruft das Tagebuch aus:Welch reizende Fahrt!Zwei Wagen erster Classe durch eine offene Plattformverbunden, auf welche die Passagiere im Fahren hinaus-treten können. Wir setzten uns bei lieblichem Wetterauf Feldstühlen dahin und hatten auf einer Seite diemajestätische Felsenkette, auf der andern die reizendeMaas mit ihren grünen Ufern, Dörfern und Villen. Beischlechtem Wetter werfen grosse Spiegel im Innern desWagens die schöne Gegend zurück. So eine Bahn ist,glaub' ich, ein Unicum."

Das Städtchen Huy (10,000 Einwohner) ist es auch,so romantisch lieblich liegt es da und spiegelt sich in derhellen Maas.In den Strassen", sagt ein Brief der Frau,konnte man vor Blumen, Fahnen, Drehorgeln und