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„Ein junger Componist, Max Bruch, zeigte mir eine Menge'von ihm geschriebener Studien. Seine Lieder sind feingefühlt und aus seinem Capriccio in Fis-moll und seinenCantaten „Rinaldo" und „Jubilate" möchte ich ihm eineschöne Zukunft prophezeien, denn es ist viel Frische undTüchtigkeit in seinen Sachen." „Heute habe ich mir vonHerrn Arnim Früh seine neue Erfindung des Semeio-melodium zeigen lassen. Ein Lehr-Instrument, das dieTonverhältnisse nicht nur hörbar, sondern auch sichtbarmacht. Ich gab ihm'empfehlende Zeugnisse!"
Ein Brief Moscheies' sagt: „Behr gab den Joseph vonMehul, eine meiner Lieblingsopern zu seinem Benefiz, undder Tenorist Rebling, früherer Schüler des Conser-vatoriums trat darin zum ersten Mal auf. Seine Stimmeist klar und kräftig, wenn auch noch unpolirt; gewisswird er mit der Zeit ein brauchbares Mitglied unsrerOper werden. * * treibt sich hier auch noch herum,möchte im Gewandhaus spielen und kommt nicht dazu;sein Verstand scheint fest eingenistet in seinen dichten-Haaren, die Eitelkeit gedeiht unter dem Knopflochbänd-chen und die Prahlereien hat er wohl mit der Muttermilcheingesogen.
Oeffentlich giebt es wieder viel, musikalischen Streit,wozu Liszt's und Wagner's Panegyriker den ersten An-stoss gaben, die Graner Messe und ihre Lobredner dasWeitere thun. Ein Herr von Wolzogen, der sich v. W.unterzeichnet, nimmt diese Schule in der Beilage der„Augsburger Allgemeinen" in seinem Aufsatz betitelt:„Musikalische Leiden der Gegenwart" übel mit; die Leip-ziger „Neue Zeitschrift für Musik" tritt für deren Häupterauf, und nun kommt eine Erwiderung, in der solche Klei-nigkeiten 'vorkommen, wie: „sie haben es wie in ihrerMusik, so auch in ihrem literarischen Treiben lediglichauf's Ueberschreien angesehen", .... „so muss man denMund aufthun und seine Lungen anstrengen." Zunächsthandelt es sich bei dem Streit nur um Beethoven's letzteSchöpfungen, v. W. hat sie düster genannt, die Zukünftlernennen sie humoristisch. „Der Humor der Verzweiflung