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2 (1873)
Seite
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neu; unter den Ouvertüren diezur Sophonisbe vonReinecke; in der Kammermusik spielte Reinecke eineigenes Trio und Variationen über ein Thema ?von Bachin etwas strengem Styl und sehr gelungen. Ueberhauptist er ein tüchtiger Künstler und Einer, mit dem ich gernMusik mache. Der Fond ist solide und er kann nochGrosses leisten." Das dreimalige Erscheinen der FrauViardot in Leipzig in diesem Jahr im Gewandhaus, dannspäter auf der Bühne, war epochemachend, denn sohatte man Glucks Arie aus dem Orpheus, die Graun'seheColoratur in der Arie ausBritannicus" noch nicht gehört;dazu nach der Classicität noch etwas Rossini, selbst begleitetespanische Lieder und die Zugabe einer. Chopin'schen Ma-zurka, Alles in höchster Vollkommenheit. Das begeistertedie Hörer und ein wohlgefälliges sonst seltenes Lächelnspielte um den Mund des Directors; das Orchester drückteder Gefeierten seine Anerkennung in einem Tusche aus,während sie selbst nicht aufhören konnte das Publicum,von dessen Kälte sie gehört hatte, für seine Freundlich-keit zu loben und oft auszurufen:Oh mon bon petitLeipsic!"

Von einer Sängerin, die nach diesen Leistungenditanti palpiti" im Gewandhaus hören liess, schreibt Mo-scheies:Die Unglückliche! sie konnte nicht gefallen, unddazu palpitirte sie unrein, so dass der Hörer selbst das-tremolo bekam." Von einer Kammermusik heisst es:Das hiesige Quartettspiel ist von David auf die höchsteHöhe gebracht, Schubert's Quartett in A-moll eine fiiessende,höchst anmuthige Composition, Mendelssohn's Quintett inB-dur Viel schwungvoller als seine andern "Werke der-selben Gattung, Beethovens Op. 132 durch seine Längenim Adagio und seine Mystik ein Irrlicht für die Zukunfts-musiker. Möchten sie sich lieber seine grosse Klarheit inso vielen andern seiner Compositionen zum Vorbildnehmen!"

ReinthalersJephtha" hat melodische und harmo-nische Reize: eine Novität, die jeder Musiker mit Freudebewillkommnen muss. Hiller kam zur Aufführung herüber."