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2 (1873)
Seite
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Moscheies schreibt diehumoristischen Variationen",die, wie das Tagebuch berichtet, in einer durchwachtenNacht entstehen.Unwohl und schlaflos, wie ich war,half mir die geistige Beschäftigung über den unerquick-lichen Körperzustand hinweg."

1857.

Das Concertdirectorium hatte durch eine Preis-Erhö-hung der Gewandhaussitze viel Unzufriedenheit unter denAbonnenten und eine Polemik in der Tagespresse hervor-gerufen; doch legte sich der Sturm, sobald die Concertebegannen, und der Saal füllte sich wie zuvor. Auch dieKünstler kamen wie in früheren Jahren herzugereist,Ernst Pauer einer der ersten unter ihnen.Eine bedeu-tende Erscheinung", sagt Moscheies.Er trägt den leichtenAnschlag in den Fingern und die Gemüthlichkeit auf derStirne. Uns ist er sehr sympathisch, sein achtundvierzig-stündiger Aufenthalt gar zu kurz, doch kann ein inLondon wohlbestallter Künstler nicht mehr Zeit auf dieEhre des Auftretens im Gewandhause verwenden. Er ent-faltete in Beethoven's Concert in G seine ganze Technik,und es war mir besonders interessant zu sehen, dass Pauerwie ich selbst, im Besitz der Beethoven'schen Skizzen zuden Cadenzen dieses Concerts ist. Haslinger, der sie nieherausgeben wollte, lieh sie mir, und wie ich nun sehe,auch Pauer zur Abschrift. Ich fand sie nicht auf derHohe des grossartigen Concerts und benutzte sie dahernicht; Pauer spielte die eine, ohne besondern Effect damit zumachen, denn Niemand fragte, von wem sie sei. Sie hatauch nicht den Beethoven-Schwung." Später schreibtMoscheies:Wir stehen jetzt am Schlüsse der vormärz-lichen besser gesagt der vor-österlichen Musik undwie viel Schönes haben wir gehört und genossen! DenPrometheus von Beethoven, der freilich an seine frühesteZeit erinnert, in dem aber der edle Geist des Tonmeisters