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2 (1873)
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schon hindurchweht; eine posthume Ouvertüre zuHermann und Dorothea von Schumann, die einen sehrpoetischen Hauch hat; Otto und Sabbath, zwei ausge-zeichnete Sänger, frei von Affeetation, mit schönenStimmen; die Geiger Laub, Bazzini, Lauterbach, dieDamen Mandl, Dolby, Krüger, Krall und viele Andere.Ja, und bei einer 9. oder C-moll Symphonie, dem Alexan-derfest, dem Lobgesang, der Walpurgisnacht, der Coriolan-und andren Ouvertüren, die wir in diesem Winter hörten,ist die Kunst heiter; wenn schön und heiter hier alsgleichbedeutend gelten darf; aber ernst ist das Leben,schwerfällig und ermüdend die Kunst in manchen öffent-lichen und Privatleistungen, in denen sich Eitelkeit undEffecthascherei breit machen, ärgerlich A^ar mir dieMusik bei einer Aufführung von Hiller's Symphonie:Esmuss doch endlich Frühling werden"; denn angenommen,das Publicum verstand sie nicht, liebte sie nicht, so musste esdoch dem Namen und den Verdiensten des Componisten dieschuldige Achtung zollen. Ich finde viele grossartige Intentio-nen und tüchtige musikalische Verkettungen darin, wenn ichmir auch mitunter mehr Klarheit wünschte. Aergerlich ist mirauch die Musik alsZeichen der Zeit", wenn so ein Zug-vogel aus der neuen Ciavierschule bei mir in's Nest geht,gern selbst an der Futterkrippe meines Erard pickt, vonmir aber keine Nahrung verlangt. Der Erard muss dabeimanchmal eine Saite springen lassen, da er nicht wie einMensch aus der Haut springen kann. Mich macht eshinterher lachen, dass mich die jetzige Künstlergilde fürtodt hält, denn ich zehre noch theils von meinem eigenenBlute, theils nähre ich meine Kraft an dem alten Bach,dessen Toccaten und Fugen ich jetzt mit erneuter Passionspiele. Aber auch die Partituren von Liszt's Werken habeich mir geholt, die Preludes und Mazeppa kommen hiernächstens zur Aufführung, da muss ich sie vorher gründ-lich durchstudiren."

Moscheies muss seine nun beendetenhumoristischenVariationen" in der Kammermusik spielen, die ein Kri-tiker einen musikalischen Scherz, eine Parodie auf die Be-