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Gefühlen für Deutschlands Einigung beseelt sind. Möchteder Kaiser von Russland empfinden lernen, dass Bäder inder freien Mündung der Donau besser wirken, als Blut-bäder! Dies der Wunsch, den ich dem scheidenden Jahremit auf den Weg gebe!" . . .
1855.
Moscheies, der sich sonst gegen jeden Aberglaubenauflehnte, schreibt diesmal am Neujahrstage: „Ich lese-nur von Schiffbrüchen und Ueberschwemmungen, und alsin vergangener Nacht Regen und Sturmwind gegen dieFenster peitschten, dachte ich, man könne dies Unwetter,gerade in der Neujahrsnacht für ein schlechtes Omenhalten. Mit dem Morgengrauen kamen aber bessere Ge-danken und ich fühlte, dass die Aufregung in mir selbstlag, ich hoffe auch heute wie immer, dass uns nicht all-zu schwere Prüfungen bevorstehen; — auch dass der euro-päische Friede nicht mit allzu viel Blut erkauft werdenmuss!" — Wirklich ward das Jahr durch Krankheit undTodesfälle ein für die Familie schmerzliches, aber Mo-scheies zeigt es uns als Pfleger und Tröster seines kran-ken Sohnes. Er theilt dem Gefesselten alle Erlebnisseder musikalischen und politischen Aussenwelt mit, ganzso, wie er sie später in sein Tagebuch verzeichnet.
„Rubinstein feierte Triumphe durch seine Virtuositätund Composition; seine Sachen haben eine logische Form."— „Hiller nennt seinManuscript-Trio „Serenade"; es ist pi-kant, fliessend und solid componirt, das Scherzo abwech-selnd in 3 / 4 und 2 / 4 Takt klingt naiv; gleich spielten Da-vid und Grützmacher es in vortrefflicher Auffassung mitihm. Frau Reclam sang seinen Psalm ausgezeichnet schön.Seine Symphonie „Im Freien" ist das Werk eines gedie-genen Musikers und voll guter Intentionen, wurde auchgut aufgenommen, doch fehlte dem Publikum die eigent-