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liehe "Wärme, und ich fürchte, der Freund hat hier einePartei gegen sich. Seine Ouvertüre zur „Phädra" ist einetüchtige Arbeit, poetisch-pathetischen Inhaltes." — „Spohr'S'Symphonie für Doppel-Orchester, „Irdisches und Göttliches"genannt, geht die verschiedenen Empfindungen eines Men-schenalters in seinen Abstufungen durch. Der Gegenstandist eines Beethoven würdig; unter Spohr's Händen ver-drängt der künstliche Bau den freien Ausfluss der Gefühle,und die Musik wird monoton." . . . „Merkwürdig war esgestern im Gewandhaus, dass sich nach der tobendenOuvertüre zum „Fliegenden Holländer" keine Hand regte,sich nicht einmal ein Zischer hören Hess. Es ist vielGeist, aber versengender, in dem Stück, und mir ist eineso massenhaft fortgeführte Instrumentation und eine solcheAnhäufung von verminderten Septimen und Dissonanzenaller Art betäubend und ungeniessbar. Hat doch Gluckauch seine musikalischen Dämonen und Mozart im DonJuan seine Hölle; aber Kopfweh bekommt man nicht da-von. Dennoch spricht sich oft in der Presse die Meinungaus: „So wie man Beethoven's letzte Sachen nicht gleichverstanden, so werde auch die Erkenntniss von Wagnererst mit der Zeit reifen." . . . „Jede Aufführung vonBeethoven's Ouvertüre in C. Op. 115 ist mir besonders in-teressant, weil sie mich an die alte Wiener Zeit erinnert,wo er sie mir im Manuscript zu einem meiner Concertelieh; diesmal ging sie ga'nz vortrefflich." . . . „Der Schlitt-schuhtanz im „Propheten" wurde nicht applaudirt; viel-leicht nicht klassisch genug für Leipzig; in London undParis ist das anders; doch giebt es Sachen in der neuestenSchule, die, obwohl nicht weniger trivial, doch Beifallfinden."
Den Verwandten schreibt er: „Die Krankheit stehtnoch wie eine schwere Gewitterwolke über unserm Hause,und Avir sind oft in einer Stimmung, in der wir Allesschwarz sehen. Dennoch dringen mitunter einige Sonnen-blicke durch diese düstern Wolken, und wir haben dasVertrauen auf die Vorsehung nie verloren. Ich theilemeine Zeit stets zwischen meinen Geschäften und dem