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Beifall für seinen jugendlich frischen Bariton und seinegute Schule geerntet, machte mir auch viel Freude durchseine vortreffliche Auffassung meines Liedes „Freie Kunst"mit Uhland's schönem Text." . . .
„Rubinstein, den wir vor 14 Jahren als Wunder-knaben in London hörten, trat als Componist einer Sym-phonie auf, die er „Ocean" nennt. Die Klarheit des erstenStückes wirkte wohlthuend wie ein spiegelglattes Meerauf mich; — dann aber kam das moderne Toben undBrausen und wurde mir zum unverständlichen, sturm-bewegten Element, und meine Gedanken konnten in die-sen gewagt harmonischen Untiefen nicht mehr Ankerwerfen. Dennoch erkenne ich in ihm ein hervorragendesCompositionstalent." . . .
Später, als Moscheies den jungen Künstler im Ge-wandhaus gehört hat, schreibt er: „In seinem Concert sindwahre Schönheiten und poetischer Schwung, hier und dafreilich auch tobende Extravaganzen, seine kürzerenStücke haben meistens eine lobenswerth rationelle Form;an Kraft und Technik steht er Niemandem nach, undseine Züge, sein kurzes aufstrebendes Haar erinnern anBeethoven. Als Mensch ist er uns in seinem einfach auf-richtigen Wesen sehr lieb und werth und stets gern ge-sehen. Neulich traf er mit Arabella Goddard bei uns zu-sammen; auch diese hatte ich als Kind in Paris gehörtund ihr eine glänzende Zukunft prophezeiht; wer wirdmich "nicht künftig als Prophet gelten lassen? Sie be-herrscht die grössten Schwierigkeiten mit bewunderns-werther Ruhe und Eleganz, und ihr Anschlag ist klarund hell wie eine Glocke. Hier fand sie die gebührendeAnerkennung und wird überall, auch dem strengsten Kunst-richter, gefallen. . . . Uebrigens soll dies kein Brief, son-dern nur einer der Grüsse sein, die stets in der Schatz-kammer meines Herzens für Sie bereit liegen. . . . Mitmeiner Politik will ich Sie verschonen, sie verhält sich zuder Ihrigen, wie' ein Stahlstich zu einem Oelgemälde.Nur so viel: dass ich mit Oesterreichs Haltung zufriedenbin und dass der König vonPreussen und ich mit gleichen
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