sublim; sie hören, ist für mich jedesmal ein Hochgenuss."„Die Umschreibung von Mendelssohn's Sommernachts-traum scheint mir nicht für's Gewandhaus zu passen; jaes kam mir vor, als wollte das Gyps-Medaillon über demOrchester bei dieser unerhörten Bravour mit dem Geistim Don Juan ausrufen: Hier erwartet die Rache meinenMörder."
„Der Winter bringt uns tüchtige Kräfte in's Gewand-haus. Frl. Wilhelmine Clauss, Lacombe, Litolff, Speidel,Krüger, Joachim, Singer, Königslöw, — Alle diese undnoch andere treten mit Ehre in die musikalischen Schran-ken^ viele bewähren sich als Lieblinge des Püblicums;Fräulein Stabbach, eine Engländerin, vertritt zur allge-meinen Zufriedenheit den Vocaltheil in einer Reihenfolgevon Concerten." — Ein Ereigniss, und zwar ein freudigbewillkommnetes, war das Erscheinen des Lind-Gold-schmidt'schen Ehepaares, zum erstenmal nach ihrer Ver-heirathung. Sie trat im Pensionsfonds- und Abonnements-Concert auf: „Ihre Stimme klang wunderbar schön, unddoch kann sie sie bis zu einem ungeahnten ppp. herab-stimmen, dabei den leisen Ton in jedem, auch dem ent-ferntesten Winkel des Saales hörbar ausspinnen. Hat siedurch ihre Coloratur Alles erstaunt, durch ihren seelen-vollen Vortrag die Herzen bewegt, so ist sie auf einmalnaiv und singt ein Taubertsches Kinderlied, oder den„Sonnenschein", so dass man wieder mit verjüngt wird.Goldschmidt Hess uns auch viel Schönes hören und warin Chopin's Concert, in Mendelssohn's Variations serieuses,in einem Präludium von Bach und eigenen Salonstücken,der tüchtige bewährte Künstler, ernst und gediegen, ohneEffecthascherei. Mir machte es grosse Freude, ihm durchdas Darleihen meines Erard'schen Flügels beweisen zukönnen, wie viel ich auf ihn halte."
Später heisst es: „Wir haben noch genussreicheStunden mit Goldschmidt's verlebt: bei einem Familien-■diner, bei einer Preusser'schen Matinee, wo mir sein Trioals klar-melodische gesunde Musik grosse Freude machte;endlich im Conservatorium. Sie zeigten grosse Zufrieden-