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Später, als die Tochter ihm schreibt, sie habe esübernommen, beim deutschen Gottesdienst in JerusalemOrgel zu spielen, antwortet er der „Frau Dr. R., ange-stellten und zugleich sitzenden Organistin an derprotestantischen Kirche der heil. Stadt. Der Kunstver-wandtschaft wegen erlaube ich mir, Sie per Du anzu-reden." Nun giebt er ihr guten Rath, wie sie ihre Orgel-studien betreiben solle, legt auch ein für sie geschriebenesOrgel-Präludium und seine Harmonisirung der einge-schickten Kirchengesänge bei.
In der Quartettmusik spielt Moscheies sein Trio undauf den ausdrücklichen Wunsch des Freundes Spohrdessen neues Septett, das ein Berichterstatter „besondersim Adagio zu den schönsten, liebenswürdigsten Compo-sitionen des melodieenreichen Kasseler Schwans — jetztein hoher Sechziger —■ zählt. Moscheies", fährt der Berichtfort, „ein gleichfalls Hochbetagter, hat bei greisem Haarsich und seiner Kunst die Jugendfrische in Spiel undComposition zu erhalten gewusst und errang sich beiKennern und dem Publikum laute Anerkennung." EinBrief der Frau an eine Tochter sagt über das Trio: „Allespielten con amore; Grützmacher zart, David mit einerneu angebrachten Strichart bei der Wiederholung desThema's im Scherzo, die grossen Effect machte. DerErard war ganz so, wie Du ihn kennst." Moscheies fügthinzu: „Nehmt, meine lieben Kinder, von mir als Nach-zügler nur die Bemerkung, dass es mir sonderbar vor-kommt, wenn mich die Blätter den „Nestor" oder „Alt-meister" der Clavierspieler nennen, denn so lange ichnoch mit jugendlicher Wärme spielen kann, vergesse ichmein Alter . . ."
Aber auch die jüngeren Künstler regten sich. Eineneue Symphonie in C-dur von Gouvy ward im Gewand-haus vortrefflich aufgenommen. „Sie hat pikante Phrasen,künstlerische Verarbeitung", sagt Moscheies. „Das An-dante mit obligater Harfe ist idyllisch; vielleicht zuidyllisch, da es mich an Beethoven's „Scene am Bache"erinnert. Die Ouvertüre zu Cherubini's Medea war wieder