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2 (1873)
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fernen Jerusalem. Diese Ferne war für die Angehörigender bittere Tropfen in dem Freudenbecher; giebt es dochkein vollkommenes Erdenglück. Das Brautpaar in Be-gleitung der Eltern und Schwestern reiste zu den be-jahrten Familienhäuptern, um sich deren Segen einzuholen.Moscheies schreibt wenige Tage vor diesen Besuchen:

. . .Wundert Euch nicht, wenn der Brief etwasconfus wird; ausser der Verlobung und "Wiedersehens-freude habe ich doch auch noch meine Berufsgeschäfte zubesorgen. Ich bin so erfüllt von dem Gedanken, bei Euchmit meinem charmanten Schwiegersohn in spe aufzu-treten, dass ich gar nicht weiss, was ich thue, und denSchülern lauter falsche Fingersetzungeh vorzeichne; nurgut, wenn ich mich nicht taktlos dabei benehme. DenGedanken an Jerusalem, der mir immer vor den Ohrenklingt, kann ich mir aber nur erträglich machen, wennich mir Mendelssohn's Musik dazu denke . . ."

Das in diesem Herbst erfolgte Hinscheiden von CecileMendelssohn, der innig verehrten Freundin, wird schmerz-lich beklagt; sie hatte ihre siebenjährige Wittwentrauerwürdig ertragen, für die unmündig verwaisten Kinder,die Verwandten und Freunde blieb der Verlust ein uner-setzlicher.

1854.

Ein für uns Eltern gewichtiges Jahr", schreibt Mo-scheies,durch die bevorstehende Trauung unserer zweitenTochter." Und als diese vorüber ist:Nun liegt dieganze schöne Zeit mit dem Familiencongress hinter uns.Unsere vier Kinder festlich bei uns zu sehen, war eingrosser Genuss, den alle unsere Freunde aufrichtigtheilten. Die heiteren Tage haben uns Eltern verjüngtund müssen uns für die Bitterkeit der Trennung stärken.Wir haben viel an unsern Kindern und wollte Gott, wirkönnten das beständig unter Augen haben."