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"Wiener Claviere vermiethet, erzählt mir, dass es am1. Sept. mit den Puritani und einem grossen Ballet eröffnetwerden soll. Die wandernden Musikanten, die Abendsauf dem Marcusplatz und in den Speisehäusern gegenKreuzerhonorar auf Tellern spielen, sind mehr betäubendals belebend; nur der Ton der männlichen und weiblichenViolinisten hat oft etwas Eindringliches und erinnert anden Styl Paganini's, das heisst, wie etwa der Leipziger.Schneckenberg an den Montblanc. Tags über hören wiraus dem gegenüberliegenden Palazzo Foscari (jetzt eineCaserne) gellende Trompetensignale, die trotz des zwischenuns liegenden Canal's unsere Ohren beleidigen. Wir hörenauch die Gondoliere des nahen Traghetto (Anhaltestellefür die Gondoliere) mit hübschen weichen Stimmen ihrenichtssagenden Barcarolen singen, was man aus den Fen-stern vernimmt, ist Ciavier- und Guitarren-Geklimperund abgedroschene Gurgeleien (fioriture), die mir nicht solieb sind wie gute Frittüre. Nur die österreichische Mili-tärmusik spielt vortrefflich an drei Abenden der Wocheauf dem Marcusplatz. Nun aber von meiner musikalischenAventure. Ich gehe durch eines der calle (Gässchen),die hinterwärts an den Häusern herlaufen und höre fertigCiavier spielen. Halt, denke ich, das ist kein Liebhaber,sondern ein Schläger von Profession. Ich klingle undfrage dreist, ob der Professore di Cembalo zu Hause ist.Ja, ist die Antwort, und bald werde ich in ein Zimmergeführt; ein etwa dreissigjähriger Mann spielt eben eineBravour-Mazurka von Fumagalli, deren Anfang ich schonunten gehört hatte; neben ihm sitzt ein junger Abbate.Ich bitte ihn durch Zeichen, sich nicht zu unterbrechen.Als er geendet, frage ich: Wollen Sie mir Lectionengeben? und er bejaht. Nun spielt er noch Fumagalli'sCarnevale di piü und macht die Sprünge und Octavenrecht artig, so dass ich ihn wiederholt durch ein Bravis-simo unterbreche. Darauf soll auch ich das Instrument pro-biren und Lehrer wie Abbate folgen meiner Improvisationmit steigendem-Interesse; dann fragt Ersterer verlegen:Wessen Schüler sind Sie? — Von Moscheies. — O, diesen