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ziergang und so Hessen wir uns zu einem Zither- und Ge-sangsconcert verlocken, das nationeil sein sollte und eszu wenig für unsern Geschmack war. Die Tracht warfreilich echt tirolerisch, die Zither auch, aber der Wurmmoderner Musik hatte sich in die gesunde Tiroler Fruchteingenagt. Wir mussten schon in der ersten Hälfteetwas „Martha", allerlei Walzer und eine „Strapazier-Polka"ausstehen; die zweite Hessen wir im Stich und liefen imRegen nach Hause." Weiter geht es nach kurzer Besich-tigung Merans, über Botzen, Trient und Riva nach Ve-nedig. Dort im Palazzo Mocenigo findet sich eine Woh-nung für die Familie, vor ihnen wohnte kein geringererals Byron in diesen Mauern,; einige ihrer Räume werdenvon der Contessa Mocenigo, der Aeltermutter des Ge-schlechts bewohnt. Die Dogen, ihre Vorfahren, sind vonGiambellino u. A. an der Zimmerdecke portraitirt; sieselbst ein Bild aus alter Zeit, vornehm in Sprache undWesen und dabei liebenswürdig zuvorkommend gegen denKünstler, den sie verehrt. „Wenn sie in dichte Schleiergehüllt, ihre reich vergoldete, mit Wappen geschmückteGondel besteigt, sich auf ihren goldenen Sessel nieder-lässt, ein altes Dienerpaar ihre Gebetbücher tragenddiesen umsteht, so eilen wir zum Balcon, um dies Bildmittelalterlicher Sitte zu betrachten." .... „Ich habe einenguten Flügel, der vielleicht durch den Marmorfussboden,auf dem er steht, doppelt gut klingt, und neue Empfin-dungen strömen unter meinen Fingern hervor, wenn ichan die Dichtungen denke, welche diese Mauern -mirwiederholen könnten; an die Lagune mit ihren Palästen,an den Mond auf der Piazzetta, an sein Spiegelbild in denWellen und an die ganze magische Beleuchtung. Allesein Rückblick in alte Zeiten und Zustände mit ihrengrossen historischen Erinnerungen, ihrem Reichthum undihren Greuelthaten." , Weiter schreibt Moscheies: „Gernhätte ich mich hier mit den Musikzuständen und Musik-treibenden bekannt gemacht; doch finde ich allenthalbenMittelmässigkeit und Seichtheit. Das Teatro Fenice ist ge-schlossen , der Director des San Samuele, der zugleich
Moscheies' Leben. II. jß