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2 (1873)
Seite
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ungern sehe ich ihn scheiden. Ist es doch, als verliesseuns ein geliebter Mensch. Als ich vom Fenster aus dieKiste fortrollen sah, war es mir, als wäre sie ein Sarg.Aber Gottlob (setzt die überwiegend heitere Naturhinzu): Wir haben keinen wirklichen Verlust zu beklagenim Gegentheil stehen uns tausend Freuden durch denNeugeborenen bevor."

Ueber die Bachgesellschaft schreibt Moscheies:Ichhabe mich von ihr losgesagt, weil in einer Conferenz mitbeiden Härteis, Hauptmann, Becker und Otto Jahn vonLetzterem der Vorschlag gemacht und angenommenwurde, dass Becker die Ciaviersachen redigiren solle. Dahalte ich mich für überflüssig im Ausschuss und zeigte esden Herren an. Desto mehr habe ich mich mit Bach'sneu herausgekommenem Concert (mit concertanter Violineund Flöte) beschäftigt, denn ich wollte es zuerst in der Kam-mermusik spielen, doch bat man mich, es lieber im Abon-nementconcerte mit vollem Orchester zu Gehör zu bringen."Es gefiel sehr. Auch in einem Wohlthätigkeitsconcert inHalle spielt Moscheies, am meisten aber beschäftigen ihn.die Vorbereitungen zur Feier des zehnjährigen Bestehensdes Conservatoriums. Jetzige und frühere Schüler ver-mischen ihre Leistungen: Frl. Jacobi, Frau Dr. Reclamsingen, Otto Goldschmidt spielt, H. Riccius und Concert-meister Jahn geigen; eine Ouvertüre von Büchner und dererste Satz einer Symphonie von Grimm werden gegeben,auch hört man zum erstenmal die Bruchstücke aus Men-delssohns unvollendetem OratoriumChristus". Die Stim-mung ist eine gehobene, alle Leistungen mehr oder minderausgezeichnet und freudig anerkannt. Das gewöhnlicheEnde solcher Festlichkeiten ein Souper mit Toastenund Reden blieb nicht aus, und des Königs dabei ver-kündetes Geschenk von 300 Thlr. rief grossen Enthu-siasmus hervor. Schalten wir hier, wenn auch etwas ver-spätet, ein, dass das Tagebuch am 23. April bemerktDen frühern jungen Offizier, Franz v. Holstein, geprüft.Seine Finger nicht gelenkig, aber viel musikalische Be-gabung scheint da zu sein. Er widmet sich der Musik und