Druckschrift 
2 (1873)
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

237

schicken? Und wie lange müsse er ohne seinen Erardausharren?

*Noch ein Weilchen", war die Antwort des stetsfreundlich gesinnten Hauses,so lange, bis wir Ihneneinen unsrer allerbesten Flügel verpacken und zusendenlassen; den Ihrigen haben Sie bereits 7 oder 8 Jahre, seit-dem haben wir viele Verbesserungen gemacht und Siesollten stets das Beste haben." Moscheies' Freude überdiesen Brief war gross, seine Dankbarkeit aufrichtig undwas der heil. Christ auch diesmal bescheerte, die Erwar-tung des neuen Flügels blieb sein schönstes Weihnachts-geschenk.

1853.

Es giebt manches Neue in diesem Winter", schreibtMoscheies.Gade als Director der Gewandhaus-Concerte,seine Symphonie mit obligatem Ciavierpart schöninstrumentirt, aber das Ciavier eine unnütze Neuerung, daman es nicht hört; eine neue schwungvolle Ouvertüre zu 'Julius Cäsar von Schumann neu ist aber auch mein |Erard, und ich habe grosse Freude daran. Er hat Orgel-und Flötentöne, Weichheit und Kraft, und dabei einenfederleichten Anschlag. Bei seinem glänzenden Aeusserndrängen sich mir Schülers Worte auf: In dem schönenKörper muss auch eine schöne Seele wohnen. Wirklichkann ich auf ihn einwirken wie auf ein Gemüth; den Tonausspinnen wie auf einem Saiteninstrument, und das ohneDämpfung, ein pp. erzielen ohne einsaitiges Pedal,jeden Contrast im Anschlag hervorbringen. Kein Wunder,dass ich den neuen Ankömmling fetire, indem ich nichtnur allein oder mit den Meinigen darauf spiele, sondernauch Freunde und Bekannte einlade, ihn zu bewundern.David ergeht sich gern mit uns darauf." Später, als dasalte Instrument zurückgeschickt wird, schreibt Moscheies,elegisch gestimmt:Der treue, harmonische Freund, wie