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entbehrt sein Spiel aller feinen Nuancirung und die Eifer-suchtsscenen raste er auf haarsträubende Weise herunter.Schneider brachte ihn zu uns. Er ist schrecklich hässlich,eine in Kaffee getunkte Haut, von Pockennarben durch-löchert, eine platte Nase und wolliges Haar berechtigenzu dieser Aussage; die Kopfform ist gut, die Zähne sindblendend weiss. Sein Wesen ist offen und er sprach vielüber die Emancipationsfrage, über den Abscheu derAmerikaner gegen die Neger, und fand die Zustände inUncle Toms Cabin viel zu gelinde geschildert. Auch überseine Kunst und seinen Drang, sich auszuzeichnen, spracher, gab uns aber in seiner Ausdrucksweise nicht Gelegen-heit, den feingebildeten Mann in ihm zu erkennen."
Bei einer geselligen Vereinigung der Leipziger Pro-fessoren (dem s. g. Professorium) trat Moscheies spielendund redend auf. Erst trug er Beethoven's Sonate Op. 53vor, dann bevorwortete er sein Spiel der SolophantasieOp. 77 durch erklärende Worte über ihre Entstehung undihren Charakter. „Diese Phantasie ist rhapsodisch, barockund deshalb nur wenig unter Liebhabern bekannt", sagteMoscheies. „Mir scheint, als habe Beethoven sich darinselbst wiedergeben wollen, wie er sich unvorbereitet, viel-leicht gar übler Laune an's Instrument setzt und im Reichseiner Gedanken planlos herumfährt. Ich selbst habe ihnzuweilen auf solche Weise spielen hören und immer sindmir solche Momente beim Anhören dieser Phantasie un-willkürlich wieder eingefallen."
Der Winter bringt wieder viele moderne Pianisten.„Der Eine spielt klar und hell wie eine Mondnacht, aberauch frostig wie diese, der Andere mit seinen ewigenKraft-Akkorden, Trillern und Arpeggien greift meinenarmen Erard gar zu sehr an." — „Endlich ist einmal einUnglück geschehen, der Stimmstock hat einen Riss be-kommen, ich weiss auch durch wen — es konnte nichtgut gehen." In Leipzig konnte man den Schaden nichtausbessern, so schrieb Moscheies in grosser Bedräng-niss an das Haus Erard: Was zu thun sei? Sollteman den schadhaften Theil nach Cöln — nach Paris