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2 (1873)
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zieht ihn schon im November eine andere Novität an. Ergeht nach Weimar, um Berlioz'sche Musik kennen zulernen. Das Tagebuch sagt:B. hatte einen warmenEmpfang an seinem lorberbekränzten Pult; meine Er-wartungen waren nicht hoch gestellt, aber er hat sie über-^troffen. Manches ist zwar barock und unzusammenhän-gend, Vieles aber grossartig gelungen. Im Faust ist dieBenutzung des Räkoczy-Marsches electrisirend; er wurdewiederholt, sowie auch Soldatenlied und Walzer. KöniginMab's Musik inRomeo und Julie" ist auch reizend anEffect und Mendelssohn's Werken ähnlicher Art würdigan die Seite zu stellen. B.'s Leitung theilte der Auffüh-rung ein Leben mit, das Alles mit sich fortriss und esfreut mich, ihn als Componist und Dirigent kennen gelerntzu haben. Das Orchester mit zwei Paar Pauken warübervoll und kräftig; die Chöre vortrefflich von HerrnMontag einstudirt."

Die betagte Frau Grossherzogin empfängt Moscheiesam nächsten Morgen, ladet ihn zur Tafel mit Liszt undBerlioz und Abends findet die Vorstellung von Berlioz'Benvenuto Cellini" unter Liszt's Direction statt.Ich warüberrascht von dem Melodieenfluss", sagt das Tagebuch,von der mitunter sehr discreten Instrumentation; dochwar mir Vieles unklar und das Finale, der Carneval vonRom, ganz unverständlich. Die günstige Meinung für dieMusik war im Publikum vorherrschend, obwohl kein ein-ziges Stück zum da capo reizte. B. wurde nach jedem Actgerufen. Nach der Oper vereinigte Liszt den ganzenmusikalischen Kreis bei sich, der Ton ein sehr lebendigerund Berlioz der Gefeierte. Ich unterhielt mich viel mitihm und fand ihn sehr geistreich."

Der December bringt einen höchst fremdartigen Gastin's Leipziger Stadttheater, den Neger Ira Aldridge.Dieser reiste mit einer kleinen, höchst mittelmässigenenglischen Truppe und gab einige Auszüge aus seinenHauptrollen.

Im Othello gebrauchte er keine Schminke", sagtMoscheies.Er spricht gut, hat eine Theaterfigur, doch