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2 (1873)
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ungeübter Hand alslangsames Presto", wie Mendelssohnzu sagen pflegte, abgeleiert. Ich klingle. Wer spielt da rdonnere ich die Kellnerin an. O, es ist nur ein jungerMann, der den ganzen Tag in Geschäften aus ist; blosAbends spielt er ein paar Stunden. Eine schöne Aus-sicht! Ich versuche zu essen, aber der Bissen bleibt mirim Halse stecken, und plötzlich ist mein Entschluss ge-fasst. Ohne den erstaunten Meinigen ein Wort zu sagen,nehme ich meinen Hut, eile hinaus und klopfe an die-Nachbarthür. DasHerein" bringt mich Aug' in Augemit dem schuldlosen Delinquenten.Ihr Spiel hat michverlockt, Ihnen als Fremder meinen Besuch abzustatten",,sagte ich mit erheuchelter Freundlichkeit,ich spiele auchein bischen und habe dies Stück studirt. Würde es Ihnenangenehm sein, es mit meiner Auffassung zu hören?' 1Somit trete ich an's Ciavier. Der junge Mann ganz ver-dutzt, räumt mir seinen Platz ein, ohne eine Antwort ab-zuwarten, jage ich das Stück im rasendsten Tempo durchund bringe alle nur möglichen Verdoppelungen an. Daswirkte. Ach, sagte er mit einem Seufzer, so werde ichwohl nie spielen!Warum nicht, erwiderte ich, wenn Siebrav studiren, aber ich empfehle mich Ihnen." MeinZweck war erreicht, der nächtliche Spieler verstummte(ob auf ewig weiss ich nicht), aber ich konnte in Ruheessen und schlafen. Die Andern hatten, das Ohran die Wand gedrückt, die komische Scene mitan-gehört, mitgenossen; ich denke, Ihr geniesst sie unsnach."

Im October hört Moscheies denTannhäuser" inDresden unter Reissigers Direction:Ich war oft über-rascht durch genialische Einzelheiten, durch gute Instru-mentation, auch durch Originalität. Im Ganzen geht's miraber wie bei Lohengrin. Zuviel Recitativ, zuviel Bruch-stückartiges und Monotonie durch Formlosigkeit herbei-geführt. Nehme ich auch die Erinnerung an geistreicheStellen, an überraschende Effecte mit, doch bleiben Herzund Gemüth kalt bei dieser Anhäufung von leidenschaft-licher Musik." Trotz dieses Mangels an Befriedigung