reichen Tagen des Landaufenthalts und zu interessantenAbenden führte, und diese wieder zu näherer Berührungmit dem Fürsten, dem, wie er sagte, sein grosser VorfahrCarl August die Liebe zur Kunst als schönstes Erbtheilvermacht, ja der ihm die Pflicht auferlegt habe, nachbesten Kräften damit zu wuchern." Wie sehr der Fürstdas Erbtheil genützt, die Pflicht erfüllt hat, beweist dievon ihm gegründete Maler - Academie, deren ZierdenPawels und Verlat sind, sowie die Berufung literarischerGrössen an seinen Hof. „In meiner Kunst", sagt Mo-scheies, „ist "Weimar stets reich an Novitäten und ist auchneu nicht immer gleichbedeutend mit gut, so bleibt esdoch ein Verdienst, das Neue zu Gehör zu bringen, dennkennen sollte man Alles."
Moscheies nimmt eine Einladung seines früherenSchülers Litolff an, dem Braunschweiger Musikfest beizu-wohnen, wird mit Liebe und Pietät in seinem Hauseempfangen. Er schreibt: „Ich habe Liszt und viele Be-kannte getroffen; hörte den Elias, die neunte Symphonieu. A. Die Aegidienkirche ist ein herrlicher Raum, unddie 700 Mitwirkenden füllten ihn gut aus, hätte nurLitolff etwas mehr Ruhe und Gelassenheit beim Dirigirengezeigt! Diese Hand ist zu aufgeregt für den Commando-stab. Sein Spiel war vortrefflich. Mich beredete er, das„Hommage ä Händel" mit ihm in einem der Fest-Con-certe hören zu lassen."
Ein schmerzlicher tief ergreifender Todesfall in derFamilie und die gedrückte Stimmung, die" er zur Folgehat, scheinen eine Erholung in guter Luft und ländlicherRuhe als nothwendig anzuzeigen und so durchwandertman die schöne Gegend zwischen Dresden und Friedland.Moscheies schreibt: „Heute habe ich eine komische Ge-schichte zu erzäl !en und Ihr müsst mit uns lachen, wiewenig Ihr auch da..u aufgelegt sein mögt. Wir kommenAbends spät nach Tetschen, hungrig und todtmüde undverlangen oben zu essen. Aber ach! im Nebenzimmerwird Ciavier geklimpert. Denkt Euch, nur eine dünneThüre zwischen mir und Weber's invitation ä la valse von