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2 (1873)
Seite
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vergleichen, aber entzückt wie ich war, konnte ich nichtumhin, bei diesem ruhig kühlen Spiel an die tief gemüth-lichen Darstellungen der Lind, an die Leidenschaftlichkeitder Malibran zu denken. So undankbar ist der Mensch.Höre ich sie meine Lieder singen, was sie oft und gernthut, so entzückt sie mich."

Später schreibt er: ... .und nun muss ich gar einBravourstück für die Sonntag componiren. Ich spiele ihrauf ihren Wunsch nämlich oft vor, neulich meine unga-rische PhantasieMagyarenklänge", in der ihr eine Me-lodie so gefiel, dass sie sagte: die möchte ich singen,machen Sie mir doch ein paar Variationen dazu, Mosche-les! Natürlich war dieser Wunsch mir Befehl und so be-schäftige ich mich damit, etwas unmögliche Bravour zuschreiben." Als sie nach Dresden gegangen ist,schreibt Mosch eles:Bis jetzt erfüllt sie noch ganz Leipzig,ja beinahe hätte man vergessen, die Bahnzüge abgehenzu lassen und die Thurmuhren aufzuziehen." Nachdem sieauch in Weimar aufgetreten war, erschien ein furioserArtikel von dorther in derNeuen Zeitschrift für Musik".Die Sonntag und die Lind werden gleich beide zusam-men mitgenommen und Gesang-Nixen genannt. Da derArtikel B... w unterzeichnet ist, so weiss man, von wemer stammt. Für Weimar hatte dieser Ausfall die schlimmeFolge, dass Rossi dem Grossherzog den Artikel ein-schickte mit dem Bedeuten, seine Frau könne nie wiederin einer Stadt singen, wo man ihr so feindlich begegnetsei, deshalb müsse sie ihr Versprechen zurücknehmen, fürdie Goethe-Stiftung im Radziwil'schen Faust zu singen.Mich machte die allerliebste Frau lachen, als sie bei Ge-legenheit dieses Artikels scherzend sagte: Der Neid hatnicht nur über meinen Gesang, sondern auch über meinePersönlichkeit beständig zu schwatzen. Was soll ich nichtAlles falsch haben! Falsche Zähne natürlich, aber sogareinen, falschen Hals!"

Bei Moscheies hatte das Componiren von Vocal-Varia-tionen neue Lieder wachgerufen, die sich eins nach demandern an's Licht drängten.