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nicht nur alle Christen, nein, auch viele Juden mitfeiern.Hat sich doch das Licht unseres Zeitalters durch dieToleranz der gemischten Ehen sehr verbreitet; warumsollte nicht auch ein Rabbi Samuel seiner Marie einWeihnachtsbäumchen anzünden? Alle socialen, moralischen-und merkantilen Verkettungen unserer Aera fallen mirnatürlich vor dem Beginn unserer häuslichen Feier ein,die durch allseitiges Wohlsein und das erwartungsvolleGlück der Jugend einen erhöhten Reiz für uns bekommt."
1852.
Ein Brief Moscheies' sagt: „Das Beste, was diesneue Jahr bringen konnte, ist die Gewissheit, unsern Da-vid zu behalten: Sie wissen, dass er uns ernstlich mit einerUebersiedlung nach Cöln bedrohte? Nun hat er sich mitden Behörden geeinigt; weniger Dienst und eine Gehalts-2ulage sind seine Errungenschaften.
Ferdinand Hiller, der in Paris ist, wird, wie es heisst,zu seinen Cölnern zurückgehen; auch ein Gewinn fürDeutschland. Das Wetter ist heute am 6. Januar so schönund klar, dass die heil, drei Könige selbst gern darinspazieren gegangen wären, unbeschadet des Sprüchworts:Wenn die Frommen wandeln, regnet's. Wir waren auchnicht fromm und wandelten viel und hinterher Hess ichdie Töchter den Gradus ad Parnassum studiren, da ich siedoch gerne auf seinen Gipfel bringen möchte!"
In einem späteren Briefe heisst es: „Es thut mir leid,aber ich habe beständig an den Solisten der Gewandhaus-Concerte zu tadeln. Viel Fertigkeit ist den Clavierspie-lern nicht abzuläugnen, aber Alles wird mit Raserei durch-gejagt, die moderne Schule in ultramoderner Nachäffungrepräsentirt; zuweilen giebt es statt der gehaltlosen Trillerund Arpeggien eine gute Original-Melodie mit einerschlechten Sauce, ein liebes einfaches Volksliedchen inder beliebten Schlendrian-Manier aufgetischt; will das