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2 (1873)
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ins Theater, nicht in den Concertsaal. Bei einer gemisch-ten Leistung sollte man ein Ohr für das Gute, nicht blosfür die Schwächen haben." Ein ander Mal in einemBrief:Die Geiger hatten ihren wohlverdienten Beifall indiesem Winter, besonders David in Mendelssohn's Concert,das er mit Wärme und Begeisterung spielte; auch Ed-mund Singer zündete. Van der Osten's Gesang ent-zückte mich und Marchesi war einer der Wenigen, diesich Lorbern errangen."

Ich fand Schumann's Ouvertüre zurBraut von Mes-sina" bei diesem zweiten Anhören kräftig charakteristisch,voll Leidenschaft; aber das Publikum, obwohl es vieleFreunde Schumann's zählte, war unentschieden in seinemL Beifall."

Am 4. November schreibt Moscheies:Schon vierJahre seit Mendelssohn starb! Der Gedanke an ihn erfülltmeine ganze Seele; war er mir doch der Auserwähltesteals Mensch und Künstler! Die Erinnerungsfeier im Con-servatorium war weihevoll; die schwarzgekleideten Schülerund Zuhörer zu meiner Stimmung passend."

Am 8. November spielt er sein Pastoral-Concert zumBesten einer verarmten Familie:Immer behält das Wohl-thun sein Recht, auch für den zurückgezogenen Pia-nisten. Mir selbst, spiele ich Liszt's neues Concertsolo, diePaganini-Etüden und andere moderne Sachen vor, zurErlernung dieses Styls."Mit Liszt habe ich bei seinemunerwarteten Besuch eine schöne bevue gemacht. Ichhatte gerade vor seinem Eintreten denScudo" aus Parisgeschickt bekommen und fragte ihn:Kennen Sie dasBuch? Der erste Artikel, sehe ich, trägt Ihren Namen."Ja, um mir gute Schläge auszutheilen, erwidert er.lachend und fängt an die Angriffe des Autors vorzulesen.Ich war zuerst bestürzt, da ich mir von dieser Publicationdas Gegentheil erwartet hatte, dann lachte ich mit ihm.Er kennt mich zu gut, um mir eine Absichtlichkeit dabeiunterzulegen und er kann zu so Etwas lachen."

Ein Brief Moscheies' vom 24. December sagt:Es ist5 Uhr Nachmittags und bald beginnt das grosse Fest, das