Druckschrift 
2 (1873)
Seite
222
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und sagt:Ich hatte zuerst meine Bedenken, dann aberentschloss ich mich, trat am Abend beherzt an's Instru-ment und wurde freundlich empfangen. Die Sonate sprachsich frisch von der Leber weg aus, Rietz unterstütztemich vortrefflich im Cello-Part, Beifall und Hervorrufblieben nicht aus. Meinem Schöpfer danke ich es,- dass'er mir Kraft in Gemüth und Finger gelegt hat, um allesdas, was ich musikalisch gewollt habe, mit Leichtigkeitauszudrücken."Wir haben Mendelssohn's LiederspielDie Heimkehr aus der Fremde", zwei Mal im Theatergehört. "Während der idyllische Charakter die Musik-Kenner und Liebhaber entzückte, gab es doch zum Schlussjedesmal einige dissentirende Stimmen; etwa so wiebei den öffentlichen Hurrah's für ein gekröntes Hauptauch zuweilen einige ä bas ausgestossen werden."

Als Antwort auf eine Frage, ob nicht Beethoven'sChristus am Oelberge" allzu weltlich gehalten sei, "ant-wortete er:Freilich hat man ihm das wiederholt vor-geworfen, und wenn auch mit einigem Recht, wer möchteden grossen Mann tadeln? Wer mit Gottfried Weber inseinerCäcilia" selbst Mozart'sRequiem" als nicht strenggenug im Styl angreifen? Bei so schöner Musik sollteman keine zu strenge Grenze zwischen dem Kirchlichenund Dramatischen ziehen; sie ist allzu schwer zu bestimmen "

Die beiden folgenden Notizen beweisen Moscheies'regen Antheil an Allem, was die Familienglieder erfreutund bewegt. Einem jungen Ehepaar schreibt er:Hurrahzum Ehrentage! Ich werde auf meinem Erard einen Tuschspielen, dass ihm die Saiten und Seiten erbeben sollen.Verzeiht den Anflug von Saphirschem Humor, ich binnun einmal fröhlich angeregt durch den Gedanken anEuch, so habt Nachsicht!"

Dem Vater schreibt er: ...Ich hoffe, die obigeAuseinandersetzung hat viel zu Ihrer Beruhigung bei-getragen, und ich schmeichle mir, dass unsere verschiede-nen Ansichten sich immer auf dem Wege der Liebe aus-gleichen werden. Scheuen Sie sich ferner nicht, uns IhreMeinung in Allem mitzutheilen; wenn wir auch im Gefühl