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Kiengel, Moscheies, Plaidy, J. Rietz, Wenzel." " Als dieserBrief dem versammelten Directorium vorgelegt ward, be-schloss es, Herrn Brendel über seine journalistischen Aus-fälle zur Rede zu stellen, ihm aber sein Lehramt amConservatorium nicht zu entziehen. Und so geschah es.Als Herr Dr. Brendel bestürmt ward, den Autor des Ar-tikels zu nennen, hatte er die Ehrenhaftigkeit, dies stand-haft zu verweigern *). — Das hiesige Orchester hat auchseinen Kampf zu bestehen und zwar mit dem Theater-Director Wirsing. Doch da tritt David als tüchtiger Ad-vokat auf und wird's schon für die armen Leute ausfechten.Der Herr Impressario soll nämlich 10,000 Thlr. an „Pro-phet" und „Rosenfee" (von Halevy) verdient haben, unddoch will er sein vortreffliches, ohnehin zu gering bezahl-tes Orchester auf Grund der schlechten Zeiten nicht ordent-lich auszahlen und auf „warten" vertrösten; das erlaubtaber David nicht."
Mendelssohn's Sterbetag wird wieder feierlich began-gen, erst im Conservatorium, dann im Gewandhaus-Concert,wo man Cherubini's Requiem, Mozart's G-moll-Symphonieund den ersten Theil des Elias giebt. Kurz darauf schreibtMoscheies: „Siebentes Heft Lieder ohne Worte, drei Liederfür eine tiefe Stimme, sechs für eine höhere aus Mendels-sohn's Nachlass für den Stich revidirt; die Compositiondes Goethe'schen Textes „Ein Blick von Deinen Augen",fremdartig auffallend im Rhythmus, doch aber beim Ver-gleich mit dem Manuscript richtig gefunden."
Die Bachgesellschaft mit Becker, David, Härtel,Hauptmann, Prof. Jahn, Moscheies, Rietz constituirt sichin diesem Winter und beschliesst, als erste Lieferung dieH-moll-Messe herauszugeben. Um diese Zeit sagt das Tage-buch: . . . „Als ich gestern Liszt's Illustration des Pro-pheten las, fand ich die an ihm bekannten vollgriffigenPassagen mit den Gemsensprüngen von Einer Tonart indie Andere." . . .
*) Erst nach Jahren erfuhr man, dass Richard Wagner ihn verfassthabe.