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2 (1873)
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dass weder das Hamburger noch das Londoner Orchesterso Grosses leistet, wie das hiesige. Ich schätze die Meyer-beer'sche Musik wegen ihrer ausgezeichneten dramatischenEffecte, weiss aber eben so gut, wie die Hyper-Kritiker vwas ihre Schwächen sind." Später schreibt er:Wohldem, der jetzt in der Kunst lebt und nur mitleidvoll inder Ferne liest, wie die armen Franzosen einander mitTatzen und Tigerklauen zerreissen. Sie schildern mirdiese Zustände in ihrer ganzen Grässlichkeit, um dannSchlüsse für Finanzoperationen daraus zu ziehen, 'und ichstecke ganz in Liedern, ein- und vierstimmigen, die icheben auch zeitgemäss componire, denn wir sind im Maiund das eine heisstMayfair." Auch eine Mazurka ap-passionata schreibe ich. Dennoch bin ich Ihnen dankbarfür alle Winke, die mir mein kleines Besitzthum sichernkönnen, bin ich doch E'amilienvater." . . .

Der Juni ist ungewöhnlich belebt; Schumann's treffenmit Spohr in Leipzig zusammen.Wir haben die grossenKünstler bei uns und im Conservatorium gefeiert, sindihnen in dem ganzen Kreise musikalisch begegnet; Davidund Joachim, Gade auf der Bratsche u. A. als Mitwirkende.Frau Frege mit ihren Liedern und ihrer Innigkeit tratwohlthuend zwischen die Spohr'sche und Schumann'scheInstrumentalmusik hinein. Frau Schumann bleibt immer) vortrefflich in ihren Leistungen. Spohr ist noch ganzHerr seiner Geige und dirigirte seineJahreszeiten" wür-dig und sicher. Die Erfindung darin ist schwach, aberdie Behandlung und Instrumentation so künstlerischvortrefflich wie immer. Das Erwachen des Früh-lings " enthält nebst einer lieblichen Melodie derStreichenden eine Tonmalerei der gefiederten Thier-welt, künstlich, contrapunktisch berechnet, aber nichtpoetisch. Es windet sich alles langsam fort wie durchtiefen Sand ein Wagen, von dem ein Rad noch dazuknarrende, ächzende Seufzer von sich giebt; der Herbsthat seine Lustigkeit und das Rheinlied mischt sichgelehrt hinein. Conträpunktische Zusammenstellungder verschiedenen Motive beschäftigt den denkenden