Persönliches für sie, die er unwohl verlassen musste, dannschreibt er: „Ich habe Griepenkerl's „Robespierre" ge-sehen, er und Danton brüllten mir oft zu stark; das Stückhat aber gute Momente, auch wurden die Schauspielernach jedem Act gerufen, aber gezischt wurde doch amSchluss. Es bleibt immer eine schwierige Aufgabe fürden Dichter, eine historische Persönlichkeit redend und.handelnd auf die Bühne zu bringen. Der Beschauer hatsich je nach seiner Individualität ein Bild des Betreffen-den entworfen und kann dies nicht so leicht mit der An-schauung des Autors vertauschen, das fühlte ich an mirselbst."
„Du weisst, dass wir leider in diesen Tagen unsernOppolzer verlieren, zu Nutz und Frommen der Kaiserstadt(Wien). Wie oft hat der herrliche Arzt, der liebe Freunduns in Krankheit beigestanden! Heute sah ich auf demCorridor die Frau, die mir von 80 Uebersiedelungs-Collisprach und mir ein „bleiben's fein g'sund" nachrief, alsich zu ihm eintrat. Man sah ihm keine Eile, keine Ueber-beschäftigung an, freundlich wie immer, die Augenfunkelnd, wie Du sie kennst, gab er mir noch viele Ver-haltungsmassregeln, viele gute Wünsche mit auf den Weg.Den werden Studenten wie Patienten vermissen! . . . Ichhörte Paul David ein Rode'sches Concert spielen; derJunge machte seine Sache so gut, wie ein Kind, das aufeinem hohen Gaul reitet, einige Male abgeworfen wirdund sogleich wieder im Sattel sitzt. Der wird es weitbringen." . . .
Von Leipzig aus schreibt er dem Vater: „Zwei sehrcontrastirende Werke erhielten im Gewandhaus grossenBeifall. Schumann's zweite Symphonie, ein grossartiges - ]Werk, aber aus einem leidenschaftlichen, etwas umdüster-ten Gemüth entsprungen, und Rossini's Teil-Ouvertüre,der Erguss eines südlich blühenden Genies. Selbst Rietz 1war entzückt davon. So ausgeführt habe ich sie noch~~~nie gehört, die Kraft, das Feuer und die Nuancen diesesOrchesters sind und bleiben unvergleichlich. Auch beieiner Aufführung des „Propheten" musste ich mir sagen,