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Künstler, erhebt ihn aber nicht, wie es ein gewisserBeethoven thut."
Ein Sommeraufenthalt in „Bellevue" bei Kiel wirdvon der ganzen Familie als ein idyllischer geschildert.Doch bald trüben ihn die Kriegswirren. Zwar hat dererste Zusammenstoss des „Bonin" mit den dänischen Schiffennoch keine Übeln Folgen und man athmet auf, als plötz-lich in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli der ferne Ka-nonendonner die Fenster in Bellevue erdröhnen machte.Die unglückliche Schlacht bei Idstedt wurde geschlagen.In derselben verhängnissvollen Nacht erkrankte die jüngsteTochter, und da alle Aerzte in und um Kiel auf demSchlachtfeld Dienst thaten, so entschloss man sich kurz,in Hamburg Hülfe zu suchen. Die Reise in einem Bahn-zug, der Hunderte von Verwundeten mit sich führte, dieentsetzliche Hitze, die das Elend der Unglücklichen, sowie das Fieber der Kranken steigerte, war eine peinliche,und die Aufregung und Ueberfüllung auf dem Kiel-Altonaer Bahnhof so gross, dass man eine mühevolleStunde gebrauchte, um sich dem dichten Menschenknäuelzu entwinden, der sich gaffend, fragend oder jammerndan die Aussteigenden heranwälzte.
Kaum in Hamburg angekommen, musste man die Auf-lösung der 02jährigen Grossmutter erleben. Sie war, von derganzen Familie geliebt und geschätzt, geistig und körperlichfrisch bis an ihr Lebensende geblieben; nun ward sie ab-berufen ! Nach Bestattung ihrer irdischen Hülle eilte die FamilieMoscheies auf den dringenden Wunsch des Arztes mit derkranken Tochter nach Aachen, um dort lange, schmerzvolleWochen mit ihr in der Cur zu verleben. Wieder bleibt dieKunst der Trost des mitleidenden Vaters. Er componirtLieder und es schaaren sich Musiker und die Bekannten 'umihn, denen er vorspielen, die er hören muss; an die Oeffent-lichkeit will er aber nicht treten und spielt nur einmal inder Liedertafel zum Besten einer verarmten Familie. EinEhrendiplom der Gesellschaft, gute Einnahme für die Be-dürftigen und Dankbarkeit der Hörer ist sein Lohn.
Dieser Sommer brachte die Trennung von dem ein-