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2 (1873)
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meine neuen Lieder auffasst und vorträgt, entzückt michund wird mich zu neuen Versuchen anregen." Ueber dieMendelssohn'sche Musik zumOedipus" schreibt er:DieAufführung unter Rietz's Leitung war wie immer vor-trefflich. Der Pathos der Männerchöre, die antike Klang-farbe dieses herrlichen Werkes umfassten meine Sinnezauberisch und führten mich in die antike Welt zurück.Das Publikum vergass zu applaudiren, ob aus Ignoranzoder Wonne, mag dahingestellt bleiben." Frau Cecilewohnte auch dieser Aufführung bei und am frühen Mor-gen des 26. Februar reiste die Familie Moscheies mit ihrnach Berlin zurück und fand sie in dem väterlichen Hause,Leipziger Strasse Nr. 3 eingerichtet, wo Alle so glücklicheStunden mit dem Heimgegangenen verlebt hatten. DasTagebuch sagt:Sie empfing uns mit der ihr eigenenLieblichkeit, die reizenden Kinder umsprangen uns, derkleine Felix wiederhergestellt. Ich musste mich an denErard setzen, dessen Tasten des Meisters Finger geweihthatten, spielte Einiges, u. A. sein Frühlingslied; für diearme Frau war das zu viel, sie verliess das Zimmer, kammit verweinten Augen zurück und drückte mir stumm dieHände."

Am 27. P'ebruar reist die Familie Moscheies nach Ham-burg und begeht dort mit den Lieben das schöne Fest, diesilberne Hochzeit. Der Rückblick auf dies 25jährigeeheliche Glück ein Lichtbild ohne Flecken.

Das Tagebuch sagt am 1. März:Der allgütige Gottliess mich nach überstandener Krankheit diesen schönenTag einen der wichtigsten im Kreise der Unsrigenhier erleben. Eine Harmonie-Musik weckte uns mit demChoral:Nun danket Alle Gott"; dann folgte der Hoch-zeitsmarsch aus demSommernachtstraum", ergreifenddurch das Andenken an den verewigten Freund, der sogrossen Antheil an unserm Glück genommen hätte." Mo-scheies kann dem Familienfeste nur zehn Tage widmen,es drängt ihn, trotz aller Freiheit, die man ihm lässt, zu.seinen Schülern zurückzukehren. Vier Briefe an die Frauzwischen dem 12. und 16. März geschrieben, enthalten viel