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2 (1873)
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Kunst-Extreme. Erst das Schumann'sche Quartett inA-dur, stark Beethovenisch, dann zurück zu einem Haydn'-schen der Uebergang zur Mozart'schen Schule undendlich Beethoven's Quartett in B-dur, Opus 130. Da hörtman den Himmelsstürmer, fühlt aber hindurch, wie ihmdas Herz kindlich pocht, wie er überwältigt in Thränenschmilzt."Hier auch eine grosse musikalische Neuigkeit.Die Welt geht aus den Fugen, nein, sie geht vielmehrAvieder hinein. Thalberg hat am 20. Mai Mozart's D-moll-Concert im Philharmonie gespielt. Welcher Triumph fürdie alte Schule! welche heilsame Reaction! Ueber dieF rege'sc he Soiree kann ich Ihnen nicht genug sagen.Der Saal war als Theater eingerichtet, das Orchester unterRietz' und David's Leitung zählte Joachim und anderegrosse Künstler unter seinen Mitwirkenden. Mendelssohn'sSingspiel,Die Heimkehr aus der Fremde", zur silbernenHochzeit seiner Eltern geschrieben, ward gegeben. FrauF. in der Rolle eines naiven Landmädchens entzückendin Spiel und Gesang. Fräulein Bück und der SängerPögner gaben das alte Elternpaar, Widemann den Lieb-haber, Stürmer die lustige Person- Scene und Decorationallerliebst. Wir sassen neben Frau Cecile, Paul und FrauDirichlet, Alle zu der Vorstellung .herübergefahren. DieErstere war abwechselnd ergriffen, gespannt und erfreut,die Gesellschaft entzückt und alles stimmte darin überein,dass diese kleine Idylle auf öffentlichen Bühnen einenehrenvollen Platz einnehmen könnte. Das Bruchstück derOper Lorelei, welches folgte, erschütterte uns tief, denndarin zeigt Mendelssohn so deutlich seine Befähigung alsdramatischer Componist, dass sein früher Tod einen ver-schärften Stachel bekommt. Der schauerliche Pathos derFlussgötter steigert sich ebenso meisterlich wie die leiden-schaftliche Tragik der Lorelei, von Frau F. grossartigaufgefasst und wiedergegeben. Müsste ihr grosses Talentnicht dem Publikum vorenthalten bleiben, es könnte nochjetzt wie der Phönix aus der Asche seiner früheren Kunst-glorie erstehen. Ich werde der genialischen Frau vielleichtnoch manche Melodie verdanken, denn die Art, wie sie

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