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Orgel war es nicht. Die ganze Aufführung damit ver-glichen, kam mir vor, wie ein Abdruck apres la lettre."
Später schreibt er: „Es ist schön, dass uns gleich der ~7erste Monat im Jahre solche Genüsse bringt, wie dieSoiree der Damen Schumann und Schröder-Devrient.Frau Schumann spielte ihres Mannes Quintett (nachmeiner Meinung seine beste Clavier-Composition). Frau ■Schröder war nicht minder gross als früher; denn sie er-setzt durch dramatischen Vortrag, was ihr an Frische derStimme fehlt. Im Gewandhaus hörten wir Schumann's 'C-dur-Symphonie. Er folgt genialisch Beethoven's Manier,ist ihm an Kühnheit ähnlich, doch nicht an Gemüth. SeinD-moll-Trio in der Kammermusik (mit David und Wittmann)erkannte ich als eine Composition vom leidenschaftlichstenCharakter. Dieser beruht nicht sowohl auf der Intensitätder Gedanken, als auf einem Sichergehen in den entfern-testen Tonarten. Das Scherzo ist das pikanteste Stückund musste wiederholt werden, das Adagio sehr trübe.Frau Schumann spielte ihres Mannes Sachen, Mendelssohn, |Chopin, genug, Alles als Meisterin. Joachim in Beet-^"hoven's und dem neuen Gade'schen Octett war nichtminder ausgezeichnet. Das letztere soll und will sich alsSeitenstück zu dem Mendelssohn'schen hinstellen, verliertaber bei dem Vergleich. Es ist jedoch eine tüchtige Ar- —ibeit, die bei öfterem Hören gewinnen kann. Wir sahendie Fremden viel; die Damen waren stets liebenswürdig,Schumann, dem ich mich gern in einem Kunstgesprächgenähert hätte, stets abgeschlossen. Bei uns, als ich ebenmeine Es-dur-Sonate mit Frau Schumann spielte, nachdemuns Frau Schröder und Frau Fre ge schon durch dieschönsten Lieder erfreut hatten, erscholl ein Ständchenvom Garten herauf. Es war ein Männerchor, der trotzdes Regens die Fremden feierte."
Das Tagebuch sagt: „Paul Mendelssohn besuchte mich,um mich im Namen seiner' Schwägerin zu ersuchen, imVerein mit Hauptmann, David und Rietz die Herausgabeder posthumen Werke seines Bruders zu leiten. EinDienst, den ich mit Liebe und Pietät verrichten werde."