Druckschrift 
2 (1873)
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

198

Tagebuch;es eröffnet sich uns auch eine hellere Zukunftfür das nächste Jahr; dafür und für die Segnungen derFamilie sei dem .Lenker der Schicksale Lob und Dankgebracht."

1849.

Ein Brief vom 2. Januar sagt:Ich muss Ihnen einfür Leipzig bedeutendes Ereigniss melden; es ist der Todeiner 50jährigen Kunst-Mäcenin. Sie lebte zu Haydn'sMozart's und Beethoven's Zeiten in Wohlstand, und warim Auslande mit Ehren und Auszeichnung empfangen.Zuweilen war sie eine Neuigkeits-Krämerin, oft aber warihre Unterhaltung belehrend. Sie reiste nie mit Species,nur mit Noten; ihr Name dieLeipziger AllgemeineZeitung für Musik." In ihrem Abschiedsblatt sagt dieRedaction u. A.:Die Kunst-Productivität ist jetzt sosehr im Stocken, dass der Stoff zu einer Musikzeitungfehlt." In dieser letzten Nummer veröffentlicht Schleinitzdie Statuten zu einer Mendelssohn-Stiftung, von der ermir schon früher sagte, dass er sie zu gründen beabsich-tige. Sie hat den würdigen Zweck in Verbindung mitdem hiesigen Conservatorium durch wohlthätige Kunst-beförderung das Andenken Mendelssohn's zu verewigen.Der König hat das Protectorat derselben angenommen,meine Wenigkeit mit nicht geringer Freude einen Platzals Mitdirector. Der König hat mich auch mit einemSchreiben und einer goldenen Dose für meine DedicationderContrastes" beehrt; aber ich spreche nicht darüber,,sonst geht es gleich durch die Zeitungen." . . .

Das Tagebuch erwähnt Gade's OuvertüreOssian's;Klänge"" alspikant durch ihre eigenthümliche Instrumen-tation. Der Lobgesang war ein üppiger Genuss, ob-gleich die feineren Nuancen in Orchester und Chor niohtso gegeben wurden, wie unter dem Componisten; daserste Allegro übereilt. So wie in Birmingham mit der