Druckschrift 
2 (1873)
Seite
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ich gährende Berichte über Schleswig-Holstein; Du wirstdort mehr darüber wissen; Gott behüte vor einem nahenKrieg! Besuch bei Cecile, über die Promenade beiheissen Sonnenstrahlen, dann Dein erster Brief. . . . DerCiavierspieler A. kommt eben, noch vor meiner Siesta; derwird mich wach erhalten; aber er trennt mich von Dir."...

27. März, ii Uhr Nachts.

........Ich will nicht zu Bette gehen, ohne

ein Wörtchen mit Dir zu plaudern. Ich sitze in meinemZimmer bei ungeheiztem Ofen, die Cigarre im Munde.S. habe ich jetzt von ihrem Zeichnen weg, zu Bettegeschickt, F. um 10, C. um 9 Uhr. Sie sind so gut wieder Dreiklang. S. der Bass, F. die Schalmei (Schelmerei),C. die Trompete. Bis 7 Uhr spielte mir A. seine quandmeme-Stücke vor, ein Gemisch von interessanten Combi-nationen und chaotischen Phrasen. Ich höre, dass Gadeihm abgerathen, seine Sachen hier zu spielen, und da ergern Dienstag im Pensionsfonds-Concert auftreten möchte,so wird er sich in Hummel's H-moll-Concert hören lassen.Dann gab ich dem W. eine Lection. Kaum war der fort,so kam wieder ein fremder Ciavierspieler mit Manuscript,aber Behr's Besuch schützte mich, sonst hatte er mir auchvorgetrommelt. Behr war in Berlin gewesen und erzählteviel über dortige Zustände, dann probirte er drei Mal meinLiedFreie Kunst". Endlich um 7 Uhr ging ich in's Mu-seum und las über das Drama der Zeit, worin Petitionen,Cocarden, Barrikaden und dreifarbige Fahnen als Com-parsen auftreten. Dann trank ich mit den Kindern Thee, laswieder Zeitung und dann noch eine Stunde an's Ciavier."...

Dienstag, 28. März.Abends nach dem Thee.Ich will meinem Vor-satz getreu bleiben, Dir täglich zu schreiben, obwohldies keine Uebereinkunft zwischen uns ist, ich Dirauch keinen Vorwurf mache, dass Du gestern nichtschriebst, da ich Deine dortigen Abhaltungen kenne.Komischerweise fand ich in der Wiener Zeitung einenArtikel,der dem König von Preussen vorwirft, er habe