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2 (1873)
Seite
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ganist Beiker kam, dann Friedrich Schneider aus Dessau l qmit einer neuen Symphonie für's Gewandhaus. Die Künst-lerversammlung hielt Reden über den wahren Fortschrittder Kunst und Griepenkerl gab Vorlesungen über Poesieund Musik.Immer aber leben wir dem Andenken Men-delssohn's", sagt ein Brief Moscheies',und haben innigenVerkehr mit seinen Hinterbliebenen. Seine Frau hat denMuth, bei allen Aufführungen, welche die Freunde ihresMannes veranstalten, zugegen zu sein, und solche tief ergrei-fende Compositionen, wie das letzte Quartett in F-mollund das Nachtlied so vorgetragen, wie es nur Frau Fregekann, mitanzuhören. Am 3. Februar, seinem Geburtstag,ist auch derElias" gegeben."Ich habe allen Proben bei-gewohnt, E. und S. sangen mit. Leider war ja diese erste Auf-führung zugleich eine Todtenfeier! Sein dazu angefertig-tes Medaillon vom Bildhauer Knaur hing bekränzt überdem Orchester. Behr war ein braver energischer Elias,Frau Frege sang die Wittwe glockenrein und seelenvoll,Frl. Schloss die Alt-Partie vortrefflich. Gade's Leitungwar fleissig und gut, bis auf einige Tempi, die Mendels-sohn in Birmingham anders genommen hatte. Dort er-höhte die Orgel viele Effecte. Das Concert, zum Besten desPensions-Fonds gegeben, konnte sich unbegreiflicherweisenur eines zwei Drittel gefüllten Saales rühmen; die ehr-furchtsvolle Stille, mit der das Werk aufgenommen wurde,liess einige Blätter behaupten, das Publikum sei nichtdavon ergriffen gewesen. Die ganze Sache rief bei unsund einigen Gleichgesinnten viel Entrüstung hervor." DieAufführung desElias" wird später wiederholt.

Inzwischen begann es, nach dem Vorbilde Frank-reichs, auch auf unserer heimathlichen Erde zu gähren.Hatten die Franzosen ihre Revolution, so mussten wires ihnen nachthun, und man weiss, wie es aller Ortennicht an überreizten Köpfen fehlte. Der Vater in Ham-burg nimmt sich alles so sehr zu Herzen, dass man be-sorgt um ihn wird. Die Tochter besucht ihn auf achtTage, und hier folgen Auszüge aus den Briefen, welcheMoscheies in dieser Zeit an sie richtete: