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2 (1873)
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Walpurgisnacht im Gewandhaus bei; die Bruchstücke derLoreley werden aufgeführt undoh", seufzt das Tagebuch,warum sind es Bruchstücke? Warum durfte er die viel-versprechenden nicht vollenden"? Es erscheinen zahlloseSkizzen von Mendelssohn's Leben, keine schildert ihn so,wie seine eigenen Briefe es thun. Jeder seiner Freundekann nur bezeugen, was er ihm war, was er an ihm ver-liert; die Welt muss es beklagen, dass dieser schöpferischeGenius abberufen ward, ehe er Zeit hatte, alle Keime, diein ihm lagen, zur Reife zu bringen; man kann nur be-wundernd lesen, wie er seine edle Gesinnung, seine An-hänglichkeit an Alle, die er liebte, aussprach. KeinemMenschen hat er je übel gewollt, die Kunst betrachteteer als ein Himmelsgeschenk; es war ihm verliehen, ermusste es hegen und pflegen als ein herrliches Gut, undwährend so Manche seiner Zeitgenossen für die Welt, denModegeschmack, das Publikum schrieben, trachtete er ein-zig und allein darnach, poetische oder göttlich erhabeneGedanken in die edelsten lieblichsten Harmonien zukleiden. Auch seine Werke fanden ihre Tadler werfände diese nicht? Aber Keiner kann ihm vorwerfen,sich selbst und dem, was er für das Wahre, Richtigehielt, jemals untreu geworden zu sein!

1848.

Das Jahr begann mit dem regen musikalischen Treiben,das die Stadt Leipzig noch heute charakterisirt. Zu deneinheimischen Grössen Hauptmann, David, Rietz, Coss-mann, Joachim, gesellten sich als Mitwirkende in denAbonnements-Concerten und der Kammermusik Reinecke,Schubert, Lipinsky, und vor Allem das genialische PaarRobert und Clara Schumann, er mit den auserlesenstenNovitäten für Orchester und Ciavier, sie einzig gross inWiedergabe der letzteren. Auch der vortreffliche Or-