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2 (1873)
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einzigen Muth einflössenden Worte:Wenn er nicht einenneuen Anfall von Nerven- oder Lungenschlag bekommt,,so könnte die scheinbare Ruhe zu einer glücklichenWendung, zu seiner Rettung führen." Aber diese-Ruhe war die Folge der Abnahme seiner physischenKräfte!"

Abends.Von 2 Uhr Nachmittags an, wo eine Wieder-holung des Schlaganfalles um dieselbe Stunde zu befürch-ten war, fing seine gänzliche Bewusstlosigkeit an. Allefeineren Organe und geistigen Kräfte waren dahin, erlag ruhig, laut und schwer athmend. Abends waren wirschon abwechselnd um sein Bett versammelt, ohne eineStörung zu befürchten; sein engelhaft ruhiges Antlitz warder Stempel seiner unsterblichen Seele, welcher sich tief,unverwischbar in unsere Seelen abdrückte. Seine Ceciletrug das centnerschwere Gewicht ihres Schmerzes helden-mässig sie unterlag keiner Hinfälligkeit, kein Wortverrieth ihren inneren Schmerz. Sein Bruder Paul, wieein bewegliches Marmorbild, war unablässig an seinem Bette.Diese tragische Scene wurde noch dadurch erhöht, dassman die Ankunft seiner Schwester, Frau Dirichlet, oder derGeschwister, des Herrn und der Frau Schunck vergeblicherwartete. Dr. Härtel war nach Berlin gereist, um sie undauch Dr. Schönlein zu holen aber sie kamen nicht.------Von q Uhr Abends rückte die verhängnissvolle Auf-lösung heran! Seine Athemzüge nahmen ein langsameresZeitmass an. Die Aerzte zählten sie, als wollten sie dieWissenschaft mit neuen Entdeckungen bereichern, seineZüge wurden verklärter; Cecile kniete an seinem Bette inThränen aufgelöst; auch Paul Mendelssohn, David, Schlei-nitz und ich umringten sein Bett todtenstill, in Gebeteversunken. Bei jedem Athemzug, der sich ihm entwand,fühlte ich den Kampf des grossen Geistes, der sich vonder irdischen Hülle befreien will. Ich habe ihn viel 1neben mir in Kunstbegeisterung athmen, wie aufeinem Pegasus himmelan stürmen gehört, und nunmussten mir diese unvergesslichen Rhythmen in sol-cher Auflösung erklingen! Beethoven's Schauerlaute