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Modegeschmack aufdringen, sagte ich. Im Gewandhaushatte ich aus Gefälligkeit für die Direction gespielt, wasich dadurch bewies, dass ich das Honorar zurückschickteund dem Pensionsfonds bestimmte, auch in der Kammer-musik hatte man mich gehört, das ist genug. Die Com-positionen müssen jetzt so und so viel Zoll italienischerPhrasen, das Spiel so und so viel Schock Octaven zählen,um zu gefallen, bedeutete ich dem Freunde, das ist mirzuwider, und er gab mir Recht. Seinen Entschluss, ander für den Charfreitag- beabsichtigten Aufführung desPaulus keinen Antheil zu nehmen, konnte ich aber nichtbilligen, und es gelang mir, ihn zum Gegentheil zu be-reden, so dass er bald die Proben begann; aber im Ge-wandhaus spielen wollte er auch nicht und hatte es demDirectorium abgeschlagen."
Nach der zweiten Paulus-Probe sagt das Tagebuch:„Mendelssohn's Strenge mit dem zahlreich versammeltenLiebhaberchor war eben so gross, wie sein Zusammen-halten des Ensemble durch seine Ciavierbegleitung aus-gezeichnet." So besucht Moscheies alle Proben undschreibt nach der Aufführung am Charfreitag: „Durchgenaue Bekanntschaft mit dem herrlichen Werk habe iches erst vollkommen gewürdigt."
... „Hübsch, wie es hier ist, muss man auch Manchesvon durchreisenden Musikern erdulden. Ij. M. brachteAbends sein Instrument und ein fettes Portefeuillemit; C. C. fiel zufällig in den Strudel seiner Passagen-Sündfluth und der Redseligkeit, mit der er bei jedem neuaufgelegten Manuscript behauptete, es übertreffe das vor-hergehende an Schönheit und Classicität. — Der Clavier-spieler * ist mir empfohlen, er spielte sein Arrangementeines Cantus von Haydn in der wohlbekannten Umkleidungvon Arpeggien und getheilten Octaven. Die jetzigen Cla-vier-Compositionen tragen Alle die gleiche Uniform, alsgehörten sie zu einem Regiment, obschon die Epaulettesoder Goldverbrämungen mehr oder weniger reich sind.Mit den mir nachgereisten englischen Schülern des Con-servatoriums habe ich auch meine liebe Noth. C, von