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1847.
Ein Brief Moscheies' vom 15. Januar dieses Jahresrgiebt einen so vollständigen Einblick in sein und der Fa-milie Leben, dass er hier statt der fast gleichlautendenTagebuch-Notizen seinen Platz finden soll:
Leipzig, 15. Jan. 1847.„Kaum von dem angenehmen Abstecher zu Euch,meine Theuren, glücklich heimgekehrt, so machten wirauch schon die Bemerkung, dass der häusliche Comfortin Leipzig dem häuslichen Comfort in London nichts nach-giebt. Unsere kleine Wohnung sieht immer so nett, sobehaglich aus, dass wir uns wohl darin fühlen; auf dieGrösse kommt es nicht an. Ich glaube auch, dass unsereGäste — zufällige oder geladene — den Eindruck theilen,obwohl mir Manche die Bemerkung machen: Schade, dassSie keinen Musiksaal haben, ein Mann wie Sie u. s. w.Aber ich denke, es lässt sich überall gute Musik machen,und ich habe immer einer Schule angehört, die mehr aufKlarheit undAccent als auf lautes Dreinschlagen — mehrauf richtiges Verständniss und dessen gute Wiedergabe,als auf überraschende Effecte hinzielte. Was die Menschenbetrifft, so überhäufen sie uns mit Artigkeiten, und dergesellige Saus und Braus hinüber und herüber wäre ganzso wie in London, wenn nicht die früheren Stunden, diemeist kleinen, immer durch interessante Persönlichkeitenbelebten Gesellschaften, die Sache erleichterten. Und dasbrauche ich wohl kaum zu sagen, dass die häufigen Zu-sammenkünfte mit Mendelssohn's bei ihnen oder bei uns■ein Seelengenuss bleiben; das letzte Mal hatten sie auchJoachim (unsern Liebling); Felix begleitete ihm sein Violin-■Concert und beide spielten auswendig; und dann HessFelix Lieder ohne Worte von seiner Schwester Fannyhören, ihm sehr nachgeahmt, aber doch mit echt musika-lischer, interessanter Behandlung. Dann spielte er uns«den Theil des Elias vor, wo die Wittwe bei Elias Hülfe